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3 Gründe für den Höhenflug der Alteryx Aktie

20. Juni 2019

3 Gründe für den Höhenflug der Alteryx Aktie - Datenanalyse auf Bildschirmen Illustration

In jedem erfolgreichen Portfolio gibt es einige Werte, die besonders viel Spaß machen.

Das ist auch bei The Digital Leaders Fund so. Hier gehört seit unserem Start im März 2018 der Datenanalyse-Spezialist Alteryx dazu.

In unserem Blog hatten wir seinerzeit diesen Investment Case vorgestellt.

In der vergangenen Woche hat die Alteryx Aktie einen neuen historischen Höchststand erreicht.

Alteryx Aktie Kursverlauf seit 01.01.2017
Kursverlauf der Alteryx Aktie seit Börsengang. (Chart: Finanztreff)

Für diesen Höhenflug gibt es gleich 3 Gründe, auf die ich mit dem vorliegenden Beitrag hinweisen möchte.

Grund 1: Erhöhung der Guidance für 2019

Alteryx hat vor einigen Wochen herausragend gute Geschäftszahlen zum 1. Quartal 2019 veröffentlicht:

  • Der Umsatz stieg um 51 Prozent auf $76 Millionen
  • Die GAAP Bruttomarge betrug dabei beeindruckende 89 Prozent
  • Der operative Cashflow betrug $16 Millionen, das entspricht einer Cashflow-Marge von 21 Prozent
  • Das operative Ergebnis war leicht negativ. Unterm Strich lag der Gewinn pro Aktie bei $0.09

Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 wurde deutlich erhöht.

Erwartet wird nun ein Umsatzwachstum um circa 42 Prozent auf $360 Millionen und eine operative Marge von knapp 10 Prozent (non-GAAP).

Wir gehen nach dem hervorragenden Start in 2019 davon aus, dass auch diese Guidance gewohnt vorsichtig ist und im Laufe des Jahres noch weiter nach oben angepasst werden wird.

Grund 2: Die langfristigen Profitabilitäts-Ziele

Am 11. Juni fand die Alteryx-eigene Anwenderkonferenz „Inspire“ mit 4.500 Besuchern in Nashville statt.

Das waren circa 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Jeder, der schon mal selbst eine solche Veranstaltung organisiert hat, kann einschätzen, was es in der heutigen Zeit angesichts sterbender IT-Messen bedeutet, einen solchen Zuwachs an Besuchern bei einer Onsite-Konferenz zu erreichen.

Dieser 50 Prozent Besucherzuwachs ist ein unglaublicher Erfolg und ein untrügliches Zeichen für die phantastische Dynamik in diesem Unternehmen.

Und der hohe Aufwand für diesen Event hat sich gelohnt: Es ist Alteryx bei dieser Konferenz offenbar gelungen, Kunden und Analysten zu beeindrucken mit seiner Datenanalyse-Plattform, die gleich mehrere Legacy-Tools obsolet machen kann.

Ich hatte den All-In-One Ansatz der Alteryx-Plattform bereits in einem vorherigen Beitrag erläutert.

Es wurde nochmals deutlich gemacht, dass die Benutzerfreundlichkeit (“Easy To Use”) der Hauptgrund ist, warum auch immer mehr Kunden älterer Business-Intelligence – Tools (wie zum Beispiel von SAS) zu Alteryx wechseln wollen.

Das bewährte Land+Expand-Vertriebsmodell funktioniert bei Alteryx seit Jahren bestens

Man berichtet aktuell eine Net Expansion Rate von 134 Prozent und einer schnell ansteigende Zahl von Großkunden (+70 Prozent gegenüber Vorjahr), die jährlich über $500.000 für ihre Alteryx-Subskription zahlen.

Alteryx Aktie Vorstellung Wachstumspläne auf der Inspire Konferenz
Vorstellung auf der “Inspire”-Konferenz: Schnell ansteigende Zahl von Großkunden.

Anlässlich der “Inspire”-Konferenz hat Alteryx auch neue langfristige Ziele seiner Finanzplanung veröffentlicht.

Die Bruttomarge soll langfristig auch bei einer Skalierung des Geschäftes mindestens 90 Prozent betragen. Das hatte man in 2018 bereits erreicht.

Die operative Marge soll auf 35-40 Prozent gesteigert werden bei einer Free Cashflow-Marge von 30-35 Prozent.

Alteryx Aktie Vorstellung Ziele Operative Marge auf der Inspire Konferenz
Alteryx Aktie: Die operative Marge soll auf 35-40 Prozent gesteigert werden.

Der Zeithorizont für das Erreichen dieser Ziele soll circa 5 Jahre betragen.

Konkrete längerfristige Umsatz- und Wachstumsziele nannte man nicht.

Allerdings machte der CFO klar, dass diese Margenziele auch zeitlich nach hinten verschoben werden könnten, wenn die gegenwärtige Phase des explosiven organischen Wachstums um 40-50 Prozent p.a. noch länger anhalten sollte.

Investition in Wachstum geht auch bei Alteryx (wie im Land-Grab-Modus üblich) vor Profitabilität.

Sollte das Umsatzwachstum jedoch in den kommenden Jahren zurückgehen, so sieht Alteryx sich aufgrund seiner Kostenstrukturen gut gerüstet, um die Profitabilität weiter in Richtung dieser Margenziele hochzufahren.

Ich halte das für sehr realistisch, gehe jedoch davon aus, dass der Umsatz noch für einige Jahre um mindestens 30 Prozent p.a. gesteigert werden kann.

Grund 3: Die Konsolidierungswelle hat begonnen

In den vergangenen Wochen ist die schon länger erwartete Konsolidierung im Markt für Software zur Datenanalyse in Gang gekommen.

Google hat seine Cloud-Division wie vor einigen Wochen hier vermutet mit der Übernahme von Looker für $2,6 Milliarden (in bar) verstärkt.

Der noch nicht börsennotierte Spezialist für Datenvisualisierung hatte in 2018 weniger als $100 Millionen Umsatz erzielt.

Google hat also (geschätzt) den 20-fachen Umsatz 2019 für Looker gezahlt.

Noch wichtiger für Alteryx ist die Übernahme von Tableau durch den Cloud-CRM-Riesen Salesforce.

Diese soll für einen Enterprise Value von $15,7 Milliarden erfolgen.

Tableau ist seit Jahren einer der führenden Anbieter für Datenanalyse-Tools, hat in 2018 einen Umsatz von knapp $1,2 Milliarden erzielt und war dabei circa 30 Prozent gewachsen.

Die Gross Margin beträgt 88 Prozent, die operative Marge war von 2015-2018 negativ, die Free Cashflow-Marge betrug rund 14 Prozent.

Das Wachstum in 2019 soll circa 20 Prozent betragen.

Die Übernahme durch Salesforce erfolgt zu einem EV/Sales-Verhältnis von 11,5.

Das ist ein sehr stolzer Preis für ein Unternehmen, das um 20 Prozent wächst und trotz eines Milliardenumsatzes unter dem Strich noch nie einen Nettogewinn ausgewiesen hat.

Die Profitabilitäts-Kennzahlen von Alteryx sind heute schon besser als bei Tableau und dürften noch wesentlich besser aussehen, sobald das Unternehmen vom Hyper-Growth-Modus umsteuert in Richtung der langfristigen Margenziele.

Allerdings wird Alteryx bei einem aktuellen Kurs von $106 mit einem EV/Sales-Verhältnis von knapp 18 auch (zurecht) wesentlich höher als Tableau bewertet.

Diese hohe Bewertung bestätigt die Tableau-Akquisition dennoch ein stück weit.

Beim von Salesforce für Tableau gezahlten Preis muss man allerdings berücksichtigen, dass es sich um einen Aktientausch gegen die ebenfalls hoch bewerteten Aktien von Salesforce handelt.

Ich persönlich halte die Aktien von Salesforce für überbewertet. Und dementsprechend ist auch der errechnete Wert für Tableau mit der nötigen Vorsicht zu genießen.

Nichtsdestotrotz spekulieren einige namhafte Marktbeobachter nun, dass IBM und auch Microsoft an der Akquisition von Alteryx zu einem dann sicherlich strategischen Preis interessiert sein dürften.

Ich gehe aber nicht davon aus, dass Alteryx kurzfristig ein Opfer der Konsolidierungswelle wird.

Das Unternehmen ist strategisch und finanziell stark genug aufgestellt, um unabhängig in eine neue Größenordnung wachsen zu können.

Insbesondere die Tatsache, dass Alteryx keine reine Cloud-Lösung anbietet, sondern Datenquellen innerhalb und außerhalb des eigenen Rechenzentrums nutzen kann, spiegelt die Realität bei den besonders interessanten Großkunden wider.

Alle wollen ihre Systeme und Daten am liebsten in die Cloud verlagern. Aber die Realität sieht eben doch noch auf absehbare Zeit sehr gemischt (=hybrid) aus.

Und diese Kundenbedürfnisse rund um die hybride Cloud kann die Alteryx-Plattform offenbar ziemlich ideal bedienen.

Ich halte Alteryx daher für nahezu perfekt positioniert für die derzeitigen Anforderungen des Analytics-Marktes.

Höhenflug der Alteryx Aktie – Fazit

Die Alteryx Aktie ist seit Jahresbeginn 2019 nochmals um über 100 Prozent angestiegen. Nachdem sie sich schon in 2018 im Wert verdoppelt hatte.

Das hat natürlich längst auch etliche Momentum-Trader und andere Zocker in die Alteryx Aktie gelockt.

Eine länger andauernde Konsolidierung ist daher mehr als überfällig.

Dennoch werden wir unsere Alteryx-Position im Portfolio des DLF weiterhin langfristig halten.

Denn das Unternehmen hat eine gute Chance, sich in den kommenden Jahren zu einem dominanten Player in der Datenanalyse zu entwickeln.

Sollte das gelingen, so erscheint ein mittelfristiger Unternehmenswert auch deutlich oberhalb der aktuellen $6,5 Milliarden realistisch.


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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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