Die KI-Revolution hat einen neuen Engpass: das Stromnetz

3. July 2026

Rechenzentren lassen sich mittlerweile schneller errichten, als sie an das Stromnetz angeschlossen werden können. In den gesamten USA und zunehmend auch in Europa verzögern sich Projekte nicht, weil keine GPUs verfügbar sind, sondern weil Übertragungsleitungen, Umspannwerke und Transformatoren schlichtweg nicht vorhanden sind. Diese Verschiebung hat tiefgreifende Auswirkungen auf Infrastrukturinvestoren.

Electricy Consumption
Quelle: Berkley Lab

Der KI-Boom entwickelt sich zu einem Stromboom

Der Stromverbrauch von Rechenzentren übersteigt den von Wohngebäuden erheblich. KI-Modelle erfordern enorme Rechenleistung und der Strombedarf pro Rechenzentrum steigt dramatisch an. Die Prognosen für den Bedarf an Rechenzentren wurde wiederholt nach oben korrigiert. Ein großes Rechenzentrum, insbesondere eine Hyperscale-Anlage, kann zwischen 100 MW und 300 MW oder mehr verbrauchen.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Haushalts variiert von Land zu Land. In den Vereinigten Staaten verbraucht ein typischer Haushalt jährlich etwa 10.000 kWh, während der Durchschnitt in der Europäischen Union bei etwa 4.500 kWh pro Jahr liegt. Daher verbraucht ein 300-MW-Rechenzentrum so viel Strom wie etwa 260.000 US-Haushalte oder 600.000 EU-Haushalte.

Der Engpass hat sich von den Halbleitern auf das Stromnetz verlagert. Bisher haben Nvidia GPUs, HBM Speicher und Chip-Verpackungen den Engpass dargestellt. Heute warten viele Projekte stattdessen auf Übertragungskapazitäten, Umspannwerke, Transformatoren, Genehmigungen für Netzanschlüssen. Entwickler müssen oft mit Wartezeiten von 5–10 Jahren für neue Netzanschlüsse rechnen. Aus diesem Grund ziehen Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Meta und Google zunehmend die Stromerzeugung hinter dem Zähler in Betracht. Das Stromnetz, nicht die Rechenleistung, wird zur knappen Ressource.

Stromnetze können nicht schnell ausgebaut werden da Übertragungsprojekte Umweltgenehmigungen, Grundstückserwerb, behördliche Genehmigungen, technische Planung, spezielle Transformatoren und Bauarbeiten erfordern. Im Gegensatz zum Bau eines weiteren Rechenzentrums lassen sich diese Projekte nicht innerhalb von 12 Monaten abschließen.

Viele erfordern einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren. Infolgedessen stehen die Versorgungsunternehmen vor einem der größten Investitionszyklen seit Jahrzehnten.

Dies ist nicht nur eine US-amerikanische Entwicklung, Europa durchläuft die gleiche Entwicklung nur mit einer Zeitverzögerung von 2-5 Jahren. Neben dem Ausbau von Rechenzentren bedingen viele weitere Entwicklungen, wie der Einsatz von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, industrielle Elektrifizierung, Rückverlagerung der Industrie gleichzeitig eine Steigerung des Strombedarfs.

Das Wachstum des europäischen Strombedarfs im Laufe dieses Jahrzehnts aufgrund von Elektrifizierung und KI wird sich voraussichtlich auf etwa 2–3 % jährlich beschleunigen, was einen mehrjährigen Investitionszyklus der Energieversorger stützen würde.

Warum profitieren regulierte Übertragungs- und Verteilungsunternehmen davon

Im Gegensatz zu Stromerzeugern erzielen Netzbetreiber in der Regel regulierte Renditen auf das investierte Kapital. Je mehr sie investieren, desto größer wird ihre regulierte Vermögensbasis, was in der Regel ein vorhersehbares Gewinnwachstum begünstigt. KI erhöht daher nicht einfach nur den Stromverbrauch. Sie steigert Netzinvestitionen, regulierte Vermögensbasen und damit langfristige Gewinne der Netzbetreiber. Genau das ist es, was langfristige Infrastrukturinvestoren suchen.

Anleger unterschätzen möglicherweise, wie lange der Investitionszyklus dauert, wie viel Kapital benötigt wird und wieviel in die Übertragung statt in die Erzeugung fließt und wie viele Jahre die Energieversorger ihre Gewinnwachstum steigern können

Die Chance ähnelt dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Ausbau des Schienennetzes. Dies waren jahrzehntelange Investitionszyklen. Der Netzausbau könnte sogar noch umfangreicher ausfallen.

Welche Unternehmen werden davon profitieren?

In dem Patrizia LCCIF Fund ist darauf ausgelegt in Qualitätsunternehmen zu investieren mit der geringsten Portfolio Volatilität, die mit einem Aktieninvestment möglich ist. Zudem weist der Fond ein geringes Beta zu Globalen Aktien auf, da wir darauf abzielen Infrastruktur als Asset Klasse abzubilden und internationales Aktienrisiko zu diversifizieren. Wir sind in erster Linie in regulierte Unternehmen investiert, die langfristig planbare Cash Flows erzielen und quasi Monopoleigenschaften ausweisen. Der Fond hat einen 10-jährigen Track Rekord mit einer Performance von 8.8% pro Jahr und dies wurde mit einer minimalen Volatilität von 10% erzielt. Wir erwarten, dass der Fond in den kommenden Jahren bessere Ergebnisse erzielen wird als in der Vergangenheit, da das Gewinnwachstum in diesem Segment von 2-3% auf 6-8% gestiegen ist. Zusammen mit einer Dividendenrendite von 3.5% ergibt sich hier eine interessante Investmentperspektive. In 2025 hat der Fond eine Performance von 11.4% erzielt und wir liegen Year-to-Date mit einer Performance von 11.6% im Rahmen unserer Erwartungen.

Die Grafik gibt einen Einblick in einige der Unternehmen, in die wir investiert sind.

Infrastructure that delivers
Quelle: Pyfore Capital

Fazit

Die KI-Revolution wird nicht mehr durch die Rechenleistung begrenzt. Sie wird zunehmend durch die physische Infrastruktur eingeschränkt, die Strom liefert. Der Ausbau des Stromnetzes wird in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von Billionen Dollar erfordern. Für langfristige Anleger könnten regulierte Übertragungs- und Verteilungsunternehmen zu den eindeutigsten Nutznießern der nächsten Phase der KI gehören nicht, weil sie die Technologie entwickeln, sondern weil jedes KI-Modell letztendlich auf Elektronen angewiesen ist, die durch ihre Netze fließen. Die ersten Gewinner im Bereich der KI waren Halbleiterunternehmen. Die nächsten Gewinner könnten die Betreiber der Netze sein, die den für diese Chips benötigten Strom liefern.

Disclaimer

Die vorstehenden Darstellungen der Pyfore Capital GmbH stellen rechtlich eine Werbemitteilung dar und dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen insbesondere weder ein Angebot oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes noch einen Rat oder eine persönliche Empfehlung bezüglich des Haltens, des Erwerbs oder der Veräußerung eines Finanzinstruments dar. Die Pyfore Capital GmbH empfiehlt, sich vor Abschluss eines Geschäftes kunden- und produktgerecht und unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Vermögens- und Anlagesituation beraten zu lassen und Ihre Anlageentscheidung nicht allein auf diese Veröffentlichung zu stützen. Es wird empfohlen, sich von Angehörigen der steuerberatenden Berufe über die individuellen steuerlichen Folgen des Erwerbs, des Haltens oder der Veräußerung des in dieser Unterlage beschriebenen Finanzinstrumentes beraten zu lassen. Diese Marketingmitteilung unterliegt nicht den regulatorischen Anforderungen, welche die Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen/Anlagestrategieempfehlungen sowie das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung der Anlageempfehlung/Anlagestrategieempfehlung vorschreiben.
Bitte beachte die
rechtlichen Hinweise.

Links zu Texten, die von einem Dritten erstellt wurden, dienen lediglich unverbindlichen Informationszwecken.

Autor

  • Stefan Hartmann

    Stefan schaut auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung in den Bereichen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Derivate und Hedge Funds zurück. In seiner Tätigkeit als globaler Leiter des Quantitativen Research Teams bei ABN AMRO, hat er über 300 institutionelle Kunden in den USA, Europa und Asien zu allen Fragen des Investment Prozesses beraten. Zuvor war er 10 Jahre bei Salomon Smith Barney als Leiter des quantitativen Research Teams für Europa tätig, wo er Top Rankings in den großen Research Surveys erzielte. Stefan hat über 50 Research Veröffentlichungen zu allen Aspekten des Investment Prozesses in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Währungen publiziert.

    View all posts
Picture of Stefan Hartmann

Stefan Hartmann

Stefan schaut auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung in den Bereichen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Derivate und Hedge Funds zurück. In seiner Tätigkeit als globaler Leiter des Quantitativen Research Teams bei ABN AMRO, hat er über 300 institutionelle Kunden in den USA, Europa und Asien zu allen Fragen des Investment Prozesses beraten. Zuvor war er 10 Jahre bei Salomon Smith Barney als Leiter des quantitativen Research Teams für Europa tätig, wo er Top Rankings in den großen Research Surveys erzielte. Stefan hat über 50 Research Veröffentlichungen zu allen Aspekten des Investment Prozesses in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Währungen publiziert.

Aktuelle Beiträge

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *