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EasyJet Update: Performance steigt, Aktie fällt.

22. November 2018

EasyJet Aktie Update Geschäftsjahreszahlen 2018 - easyJet Flugzeug

EasyJet hat in dieser Woche die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018 präsentiert, das nicht mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, sondern von Oktober bis September geht.

Das Unternehmen hat mit einem Wachstum des Vorsteuergewinns um knapp 42 Prozent und einem Umsatzwachstum von circa 17 Prozent Rekordergebnisse präsentiert – trotz schärferen Kontrollen des Luftverkehrs, widrigen Wetterbedingungen, Streiks in den Flughäfen, höherem Ölpreis etc.

Entsprechend zufrieden und selbstbewusst gab sich der Easyjet CEO, Johan Lundgren, in dem Conference Call:

„Combined, if you take all of these things into consideration, I think it’s very clear that easyJet has outperformed everyone in this sector for 2018.”

Die Highlights des Jahres 2018 und die Initiativen für die Zukunft.

EasyJet Aktie Update Geschäftsjahreszahlen 2018 - Übersicht der Erfolge
EasyJet Geschäftsjahreszahlen 2018 im Überblick (Quelle: Präsentation Geschäftsjahreszahlen 2018 easyJet)

 

Investoren bleiben skeptisch

Den Aktienkurs konnten die Zahlen nicht beflügeln.

Die easyJet-Aktie fiel sogar und machte die zwischenzeitlichen Gewinne nach dem jüngsten Absturz wieder zunichte.

Zu groß sind die Ängste über eine Abkühlung der Weltkonjunktur und zu groß ist die politische Orientierungslosigkeit nach dem vermeintlichen Brexit-Deal im Heimatmarkt UK.

In UK steuert derzeit alles auf Neuwahlen hin.

Selbst ein zweites Brexit-Votum ist jetzt nicht auszuschließen.

Da halfen auch nicht die Beschwichtigungen des Unternehmens, dass 50 Prozent der Tickets für das nächste Halbjahr schon verkauft sind (etwa das gleiche Niveau wie im Vorjahr), dass der Ladefaktor bei Tegel zuletzt über 85 Prozent angestiegen ist, dass man nun in 51 Flughäfen die Nummer 1 oder 2 auf den angebotenen Strecken ist, dass man gut vorbereitet ist für die Brexit-Szenarien und dass die Flüge von UK nach Europa nur 35 Prozent der Gesamtkapazität ausmachen.

Das Management geht von einer deutlich höheren Kapazität für das nächste Halbjahr aus (+15 Prozent besonders durch Tegel, Manchester, organisches Wachstum), allerdings sieht man den Umsatz pro Sitz um bis zu 5 Prozent niedriger.

 

Der Digitalisierung folgen neue KPIs

Das Unternehmen hat 6 neue Key-Performance-Indicators (KPIs) präsentiert, nach denen man den Erfolg nun besser messen möchte, ohne uns Investoren aber jeweils konkrete Zielgrößen zu nennen.

Kundenzufriedenheit ist jetzt auch keine Floskel mehr, sondern steht als KPI ganz oben. Und korreliert bei Fluggesellschaften ganz entscheidend mit der Einhaltung von Flugplänen.

Easyjet investiert massiv in die Datenanalyse, um die Flugpünktlichkeit (On-Time-Performance, OTP) zu erhöhen.

Hier liegen die Briten mit nun 82 Prozent Pünktlichkeit deutlich über der 75 Prozent Pünktlichkeit in 2017.

Das ist zwar eine beachtliche Leistungen für ein Jahr, in dem sich nach Aussagen des Luftfahrtverbandes IATA die Verspätungen und Ausfälle (Disruptionen) im europäischen Luftverkehr verdoppelt haben.

Doch der Verband sieht nach dem Chaos-Sommer 2018 noch schlimmeres auf die Fluggesellschaften 2019 zukommen, zumal immer mehr Kunden von den Entschädigungsansprüchen der EU-Richtlinie für Verspätungen und Flugausfälle Gebrauch machen.

Diese „europäische Diskriminierung“ von Airlines darf man nicht unterschätzen, viele Fluggesellschaften leiden massiv an den Online-Angeboten von Start-ups, über die sich Kunden bis zu 600 Euro bei Flugverspätungen von den Airlines zurückholen können.

Disruptionen machten bei Easyjet den größten zusätzlichen Kostenfaktor in 2018 mit circa 70 Millionen GBP aus.

Daher will man auch über die Einführung der Netzwerksimulations-Software Amadeus Optym die Flugpläne und Folgekosten deutlich besser in den Griff bekommen.

Mit dem Anspruch, die führende datengetriebene Fluggesellschaft zu werden, möchte Easyjet die Loyalität der Kunden sowie die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit verbessern.

Die ersten Erfolge stimmen optimistisch.

EasyJet Aktie Update Geschäftsjahreszahlen 2018 - Datengetriebene Airline
EasyJet will die führende datengetriebene Fluggesellschaft werden

 

EasyJet Aktie Update Geschäftsjahreszahlen 2018 - Mitarbeiterpolitik
Übersicht zur Mitarbeiterkultur bei easyJet

 

EasyJet Geschäftsjahres-Zahlen 2018 – Fazit

Easyjet hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es die Bewegungsfreiheit und Anpassungsfähigkeit hat, sich im widrigen Marktumfeld zu behaupten.

Das Unternehmen gehört zu den Gewinnern der Konsolidierung und der Disruption im Flugverkehr.

Derzeit überwiegen allerdings die Sorgen um Brexit und Konjunktur.

Die Bewertung der easyJet-Aktie ist mit einem KGV unter 10 und einer Dividendenrendite über 5 Prozent attraktiv.

Allerdings signalisieren die Bewertungen der Fluggesellschaften insgesamt einen massiven Konjunktureinbruch, siehe dazu auch das KGV von Lufthansa, das nun unter 5 liegt.

Dennoch trauen wir der easyJet-Aktie mehr zu, da wir das Unternehmen für wesentlich agiler halten.

Auch trauen wir dem Unternehmen aufgrund der hohen Besucherzahlen auf der Seite (300 Millionen unique visitor im Jahr), der hohen Konversion online und mobil zu, die Zusatzerträge weiter zu steigern, die derzeit 20 Prozent vom Gesamtumsatz ausmachen.

Diese wuchsen im abgelaufenen Jahr bereits knapp 10 Prozent.

Nun steigt easyJet noch stärker in den Wertstrom Urlaub ein und bietet mit exklusiven Deals Hotels und Events beim Ticketkauf gleich mit an.

Über weitere Entwicklungen bei den Fluggesellschaften und über aktuelle Quartalszahlen berichten wir in unserem wöchentlichen Newsletter (hier abonnieren).

 


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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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