Heute erfolgt das Listing der SK-Hynix-Aktie am Nasdaq Global Select Market. Das Interesse ist groß, die Emission ist mehr als 7-fach überzeichnet. Gegenüber Investoren hat SK Hynix einen Preis von 149 Dollar je ADR angekündigt, was einer Kapitalerhöhung von rund 26,5 Mrd. Dollar entspricht. Damit ist es die größte erstmalige Aktienplatzierung eines ausländischen Unternehmens in den USA überhaupt, so Bloomberg. Das Geld braucht SK Hynix nicht. Nach Bloomberg-Konsensschätzung wird der Konzern dieses Jahr 146 Mrd. Dollar Nettogewinn ausweisen, nächstes Jahr geschätzt 216 Mrd. Dollar. Damit ist das Unternehmen deutlich größer als Micron, das dieses Jahr voraussichtlich auf 83 Mrd. Dollar Gewinn kommt. Dennoch wird Micron, gemessen am für 2026 geschätzten Gewinn mit einem KGV von 14, doppelt so hoch bewertet wie der Marktführer aus Korea. Das Listing könnte ein Re-Rating auslösen und den Korea-Discount reduzieren. Die Aussicht ist nicht nur Zugang zu mehr ausländischem Kapital, sondern auch zu passivem Geld. Schon im Dezember könnte die Aufnahme in den Nasdaq-100 erfolgen. Das Listing könnte zudem eine Welle von ADR-Listings aus den Emerging Markets auslösen, wie einst der China-ADR-Boom. Ein weiterer Grund, über mehr Emerging Markets im Depot nachzudenken. Siehe hierzu mein Gespräch im Podcast Der Finanz-Gourmet mit Carolin Tsalkas und Oliver Morath.
Hohe Erwartungen vor Berichtssaison
Mit diesem Newsletter verabschieden wir uns diese Woche in die Sommerpause. Pausieren wird aber nur der Newsletter, denn es steht eine besonders spannende Berichtssaison an. Die Erwartungen an AI-Hardware-Unternehmen sind aktuell so groß, dass historisch spektakuläre Zahlen am Markt für Gewinnmitnahmen genutzt werden. So geschehen gerade bei Samsung, dessen Aktie am 7. Juli trotz Rekordzahlen rund 7 Prozent verlor. Das Unternehmen wird dieses Jahr rund 200 Mrd. Dollar operativen Gewinn erwirtschaften, fast alles im Halbleitergeschäft. Kim Yong-kwan, President und Strategiechef der Sparte, hat in einem internen Townhall erwähnt, dass der operative Gewinn im Halbleitersektor in diesem Jahr höher sein wird als in den über 40 Jahren seit dem Einstieg ins Geschäft zusammen. Ein ziemlich krasses Beispiel dafür, in welchen Ausnahmezeiten sich Halbleiterunternehmen gerade befinden.
AI-Hardware vs. Software. Warum nicht beides?
Dagegen sind die Erwartungen an Softwareunternehmen an einem Tiefpunkt. Dabei muss man sich gar nicht für das eine und gegen das andere positionieren. Software und AI-Hardware bieten zusammen eine Diversifikation, die wir lange so nicht gesehen haben. Im The DLF sind wir beispielsweise mit Datadog, Cloudflare und CrowdStrike sehr gut gefahren. Wir haben unsere Gewichtung in dem Sektor weiter erhöht. Zudem haben wir die Gewichtungen von Netflix und Spotify wieder deutlich angehoben. Die Spotify-Aktie hat seit einem Jahr 33 Prozent abgegeben, Netflix sogar 42 Prozent, während der Nasdaq im gleichen Zeitraum knapp 30 Prozent zulegte. Zugegeben, beide Aktien hatten davor die Märkte outperformt. Fundamental boomt das Geschäft. Netflix und Spotify wachsen zweistellig im Umsatz und Gewinn. Als Konsumenten von AI sind beide große Gewinner der AI-Revolution, was sich zunehmend in den Margen bemerkbar macht. Und beide Unternehmen sind wieder attraktiv bewertet. Von beiden erwarte ich, dass sie dazu beitragen, die Volatilität im The Digital Leaders Fund in der zweiten Jahreshälfte zu reduzieren.
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Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.



