Meta-Aktie – Zuck geht bei AI All-In

26. April 2024

Meta-Aktie Quartalszahlen Q1 2024

Vor den Zahlen zum ersten Quartal war die Meta-Aktie mit einem Anstieg von ca. 40 Prozent einer der Top-Performer 2024. Nach den Zahlen kehrt ein wenig Ernüchterung ein. Wir gehen mit diesem Update auf die Zahlen, die wichtigsten Entwicklungen und die Marktreaktionen ein.

Meta-Aktie 2024: Starke Zahlen, mehr Investitionen

Nach Vorlage der Zahlen für das erste Quartal hat die Meta-Aktie der Facebook-Mutter über 10 Prozent an einem Tag abgegeben. Während die Zahlen solide ausgefallen sind, zeigten sich Anleger enttäuscht von der Guidance und den angekündigten höheren Investitionen in AI.

Meta-Aktie Kursverlauf

Meta-Aktie: Kursverlauf 24.04.2023 – 25.04.2024 in US-Dollar

Die Tabelle unten zeigt es anschaulich: Meta hat wieder geliefert. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar, die operative Marge stieg auf knapp 38 Prozent und der Free Cashflow für das Quartal auf 12,8 Milliarden Dollar.

Meta-Aktie Quartalszahlen Übersicht

Auch die Engagement-Zahlen können sich sehen lassen. Die Family Daily Active People (DAP) sind gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 Prozent auf 3,24 Milliarden gewachsen. Leider veröffentlicht Meta keine MAUs und DAUs mehr. Aber nach Zahlen von Sensor Tower steigen die MAUs bei allen Angeboten. Facebook und Instagram wachsen weltweit, vor allem außerhalb von den USA. Beeindruckend ist allerdings das Wachstum von WhatsApp, wie die Grafiken unten illustrieren. Die Monetarisierung nimmt ordentlich an Fahrt auf. Das Werbeformat Click-to-Messaging liefert bereits mehrere Milliarden Dollar zum Umsatz. Bei Whatsapp Business ist der Umsatz im ersten Quartal um 85 Prozent auf immerhin 380 Millionen Dollar gestiegen.

MAU: WhatsApp Messenger

Meta-Aktie MAU-WhatsApp-Messenger
Quelle: Sensor Tower, Pyfore Capital

MAU: WhatsApp Business

Meta-Aktie MAU-WhatsApp-Business
Quelle: Sensor Tower, Pyfore Capital

Positiv

Meta geht beim Thema AI All-In. Mark Zuckerberg: „I actually think we’re in a place where we’ve shown that we can build leading models and be the leading AI company in the world and that opens up a lot of additional opportunities beyond just ones that are the most obvious ones for us.” Wir sehen das positiv. Das Unternehmen hat Tage vor den Quartalszahlen mit Llama 3 die neue Version seines Large-Language-Models präsentiert. Die Performance des Models hat die AI-Community überzeugt. Beim Developer-Ranking von Huggingface hat Llama 3 gleich eine Top-Position eingenommen. Eine noch leistungsstärkere Variante auf Basis von mehr Parametern könnte Llama 3 bald sogar den Spitzenplatz bringen. Meta AI, Metas AI-Assistent, läuft bereits mit Llama 3. Über 10 Millionen Menschen hätten es bereits ausprobiert, so Zuckerberg, und das Feedback sei sehr positiv, Kunden möchten den Assistenten überall nutzen. Meta AI soll der „best and most used AI assistant in the world” werden. Somit gehen die AI-Ansprüche von Meta weit über den Kernmarkt Werbung hinaus, wo man heute schon AI beim Ausspielen von Werbung und Inhalten und beim Engagement erfolgreich einsetzt. Den über 100 Millionen Geschäftskunden könnte man schon in einem Jahr AI Agenten anbieten, die eine Vielzahl von Aufgaben im Vertrieb und der Kundenkommunikation selbständig übernehmen sollten. 

Meta Horizon OS, das Betriebssystem für Quest, ist bereits für Dritte geöffnet worden. Meta strebt hier an, das führende Betriebssystem für Wearables zu werden. Die Ray-Ban Meta Smart Glasses seien in vielen Varianten schon ausverkauft. Die neuen Versionen werden bereits mit Meta AI unterstützt.

Negativ

Metas neue AI-Ansprüche kosten sehr viel Geld. Capex soll im Gesamtjahr 2024 nun um 4 Milliarden Dollar höher ausfallen; ein Großteil verschlingen Infrastrukturkosten. Entsprechend waren die Kursreaktionen von Ausrüstern wie Arista, Nvidia und TSMC positiv. Gleichzeitig hat Zuckerberg angekündigt, dass die Monetarisierung der AI-Angebote länger dauern wird, als beispielsweise bei Stories und Reels der Fall war. 

Zudem hatten Investoren offensichtlich eine höhere Umsatz-Guidance für das zweite Quartal erwartet. Viele Analysten haben das Kursziel für Meta heruntergenommen, aber an ihrer positiven Einschätzung festgehalten.

My Take zur Meta-Aktie

Der Wettkampf um die Vormachtstellung von AI geht in die nächste Runde. Nur wenige Unternehmen können es sich leisten, zweistellige Milliardenbeträge in AI zu investieren. Metas Investition in AI übersteigt sogar die Investition vieler Länder. Wird sich das auszahlen? Wir setzen darauf. Das Researchhaus Raymond James schätzt den künftigen Umsatz für GenAI-Software-Anbieter (Large-Language-Modelle, Infrastructure-as-a-Service und AI-Assistenten und Agenten) auf 300 Milliarden Dollar. Für Meta wären dies zusätzliche Umsätze. Nach dem Kursverfall wird die Meta-Aktie mit dem 18-fachen des geschätzten Gewinns für 2025 bewertet. Das ist nicht viel mehr als der S&P-500-Index. Meta bleibt daher eine Top-Holding in The DLF. 

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Autor

  • Baki Irmak

    Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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