Das erste Halbjahr 2026 war ein ziemlich wilder Ritt an den Börsen. Krieg im Nahen Osten, Ölschock, AI-Blasen-Angst und eine Fed, die unter Kevin Warsh von der Zinssenkung zur möglichen Zinserhöhung umschwenkt: Die Börsen haben alles abgeschüttelt und den stärksten Jahresauftakt seit fünf Jahren hingelegt. Unsere Fonds haben sich in diesem Umfeld wacker geschlagen. Der The Digital Leaders Fund hat um 17,7 Prozent zugelegt, der EM Digital Leaders um 24,7 Prozent und der Patrizia LCCIF um über 9 Prozent. Während unsere beiden Digitalfonds extreme Kursausschläge durchlebt haben, hat sich der Patrizia LCCIF herausragend stabil entwickelt. Mein Kollege Stefan Hartmann hat einen lesenswerten Blogartikel zu einem zentralen Thema der nächsten Jahre verfasst. Das Thema ist nicht Strom, sondern Stromnetze.
Der Meta-Schock
Eins ist jetzt schon sicher: Das zweite Halbjahr wird nicht minder turbulent. Gleich am ersten Handelstag des zweiten Halbjahres berichtete Bloomberg, dass Meta ins Cloud-Geschäft einsteigt und “überschüssige” Rechenkapazität an Dritte vermietet. Die Angst vor Überkapazität und Capex-Kürzungen machte sich breit und ließ die Kurse von AI-Hardware und Neoclouds einbrechen. Man kann die Meta-News auch anders interpretieren. SemiAnalysis geht sogar davon aus, dass Metas neues Geschäftsmodell die Datacenter- und Compute-Beschaffung beschleunigen wird.
Aktuell kann man meines Erachtens zwei Dinge festhalten: Meta hat den Markt bisher nicht mit Frontier-Modellen des neuen Superintelligence-Teams überzeugen können und liegt hinter den eigenen AI-Ansprüchen zurück. Zugleich zeigen die Deals von SpaceX mit Google und Anthropic, dass die Compute-Nachfrage so absurd hoch ist, dass extrem hohe Preise dafür gezahlt werden. Und ich denke, Zuckerberg weiß genau, wie lukrativ die Token-Ökonomie werden wird. Daher ist es nur konsequent, nicht nur auf eigene Modelle zu setzen, sondern einen Marktplatz für Frontier-Modelle analog zu Amazon Bedrock, Google Vertex und Microsoft Foundry zu schaffen.
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Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.



