MongoDB Aktie – So sieht virales Wachstum aus

15. März 2019

MongoDB Quartalszahlen - Virales Wachstum

In dieser Woche hat MongoDB phantastische Quartalszahlen für das 4. Quartal des am 31. Januar beendeten Geschäftsjahres 2018/2019 vorgelegt.

Falls Du Dich noch nie mit diesem innovativen Datenbankanbieter beschäftigt hast, empfehlen wir Dir unsere Einführung in die spannende Investment-Story rund um die MongoDB Aktie zu lesen.

Die MongoDB-Aktie hat sich seit der Aufnahme ins Portfolio des DLF im März 2018 im Wert verdreifacht.

Die Aktie hat nach Veröffentlichung der Quartalszahlen für das vierte Quartal und der über allen Erwartungen liegenden Guidance für das laufende Geschäftsjahr nochmals über 25 Prozent zugelegt.

Ist Sie damit heißgelaufen?

MongoDB Quartalszahlen Q4 2018 - Verlauf der MongoDB Aktie 1 Jahr
Nach den Quartalszahlen macht die MongoDB Aktie einen Sprung. (Chart: Finanztreff)

Zunächst ein kurzer Blick auf die gerade vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Nochmalige Beschleunigung des Wachstums im 4. Quartal

Im Gesamtjahr 2018/2019 wurde ein Umsatzwachstum von 64 Prozent auf 254 Millionen Dollar erreicht.

Der Umsatz von $83 Millionen im Q4 entspricht einer Steigerung von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Subskriptionsumsatz ist sogar um 87 Prozent angewachsen.

Allerdings ist in dieser Umsatzsteigerung die Akquisition von mLab mit zu berücksichtigen, die circa $5 Millionen beziehungsweise 8 Prozentpunkte beigetragen hat.

Dieses Wachstum wird möglich durch die explosionsartige Steigerung der Umsätze von MongoDB Atlas.

Das ist die erst vor 2,5 Jahren eingeführte cloud-basierte Version von MongoDB, die um mehr als 400 Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen ist und nun im Q4 schon 34 Prozent der Umsätze ausmachte.

So beeindruckend diese Quartalszahlen auch sein mögen, es kommt noch besser:

Phänomenal ist die virale Adaption der MongoDB Technologie durch die weltweite Entwicklergemeinde.

Alleine in den letzten 12 Monaten wurden 20 Millionen Downloads der MongoDB Software registriert.

Das sind nochmals über 65 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Offenbar ist es dem Unternehmen in Rekordzeit gelungen, MongoDB als die führende next-generation Datenbank-Plattform in der weltweiten Entwickler-Community zu etablieren.

In der Folge wächst die Kundenbasis rasant an: Im vierten Quartal wurde die Kundenbasis um über 5.000 Kunden vergrößert auf mittlerweile über 13.400.

Davon sind über 11.400 Kunden des cloud-basierten Produktes.

Das Wachstum ist derart stark, weil die MongoDB Technologie in fast allen Branchen und Regionen erfolgreich eingesetzt werden kann.

So nutzt die auch im Portfolio des DLF vertretene Großbank BBVA (siehe unser Artikel zur BBVA Aktie) im Rahmen ihrer digitalen Transformation die MongoDB Produkte inzwischen für 37 Applikationen.

Viele davon liefen früher am Großrechner und werden mit MongoDB nun erfolgreich in Richtung einer cloud-basierten Lösung migriert.

Und sogar ein mittelständisches Unternehmen wie die deutsche Kaufhauskette Breuninger migriert weg von ihren Altsystemen und nutzt die cloud-basierten MongoDB Atlas Datenbank.

Neuer Wettbewerb durch Amazon

Im Januar 2019 hat Amazon Web Services (AWS) angekündigt, auf der Basis der frei verfügbaren Open Source Version von MongoDB eine eigene kompatible Datenbank (Amazon DocumentDB) anzubieten.

Damit tritt Amazon in den direkten Wettbewerb zu MongoDB ein.

Allerdings basiert diese Amazon-eigene Alternative aus lizenzrechtlichen Gründen auf einer mittlerweile veralteten Version von MongoDB.

Erst in den folgenden Quartalen wird man sehen, ob dieser Schritt von Amazon das weitere Wachstum von MongoDB beeinträchtigen kann.

Die Verantwortlichen bei MongoDB gehen äußerst selbstbewusst in all die anstehenden Evaluierungen und Produktvergleiche mit “Nachbauten” wie Amazons DocumentDB.

Für uns MongoDB Investoren ist wichtig, dass trotz des Open Source Charakters der MongoDB Software das Unternehmen über 100 Prozent des geistigen Eigentums (IP) verfügt und das “Original” daher durch beliebige Lizenzen uneingeschränkt monetarisieren kann.

Fortschritte bei der Profitabilität

Mittlerweile sind bei MongoDB auch deutliche Fortschritte bei der Profitabilität zu erkennen.

Die operative Marge betrug im vierten Quartal noch negative 11 Prozent verglichen mit negativen 29 Prozent in der Vorjahresperiode.

Der operative Cashflow im vierten Quartal war mit 10 Millionen Dollar nochmals negativ.

Der Cash-Burn betrug 13 Millionen Dollar oder circa -15 Prozent vom Umsatz.

Angesichts des explosionsartigen organischen Wachstums von circa 60 Prozent (bereinigt um die mLab-Akquisition) liegt der Rule-of-40-Score damit deutlich über 40 Prozent und (im Gegensatz zu den Vorquartalen) im grünen Bereich.

Die aktuelle Guidance des Unternehmens sieht für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 ein Wachstum auf circa 370 Millionen Dollar vor.

Das ist ein (auch durch die mLab Akquisition begünstigtes) Wachstum von 45 Prozent.

Die operative Marge und auch der Free Cashflow sollte gegen Ende des laufenden Geschäftsjahr meiner Erwartung nach den roten Bereich verlassen.

Bewertung der MongoDB Aktie

Nach dem Kurssprung wird das Unternehmen bei Kursen von 120$ mit über $6 Milliarden bewertet.

Ob das zuviel ist oder nicht muss angesichts eines EV/Sales Verhältnisses von über 15 jeder High-Growth-Investor für sich selbst beantworten.

Klassische Value-Investoren wenden sich ohnehin entsetzt ab angesichts der immer noch roten Zahlen. 😉

MongoDB hat jedenfalls alle Chancen, als einer der Gewinner aus der Transformation des $50 Milliarden großen Datenbankmarktes hervorzugehen, die gerade erst begonnen hat.

Sollte das Unternehmen tatsächlich langfristig zum Beispiel 10 Prozent dieses Marktes für sich gewinnen können, so hat die Aktie noch viel Potential.

Allerdings sind heftige Kursrückschläge bis dahin nicht nur möglich, sondern sogar zu erwarten.

Die MongoDB-Aktie ist seit dem Start von The Digital Leaders Fund einer der Digital Enabler in unserem Portfolio.

Wir planen weiterhin die Position – trotz der ambitionierten Bewertung – langfristig zu halten.

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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit über 30 Jahren in Aktien. Er verwaltet eines der erfolgreichsten investierbaren Musterportfolios auf der wikifolio Plattform.

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2 Antworten

  1. Hallo Stefan,

    Danke für die informativen Beiträge. Ich weiss es immer wieder zu schätzen was du da präsentierst. Frage hinsichtlich ESTC. Auf Stocktwits wird vermehrt gemunkelt, ob es sich da womöglich um die nächste MDB handelt. Wie schätzt Du deren Geschäftsmodell ein?

    Danke!

    1. Hallo Sascha,
      tatsächlich steht Elastic weit oben auf unserer Watchlist. Das Unternehmen ist sehr spannend, aber die Aktie eben auch sehr teuer. Mehr dazu evtl. demnächst in einem eigenen Beitrag.
      VG stw

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