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Pinterest Aktie: Dank Werbekunden auf Allzeithoch

30. Oktober 2020

Pinterest Aktie Allzeithoch - Frau zeigt Handy mit Pinterest Logo in Kamera

Nach Snap letzte Woche hat nun auch Pinterest beeindruckende Zahlen für das zurückliegende dritte Quartal 2020 vorgelegt. Der Umsatz stieg um 58 Prozent auf 443 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt ein Wachstum von 37 Prozent erwartet.

Somit wächst der Umsatz nach vielen Quartalen wieder jenseits von 50 Prozent.

Grafik zeigt Statistik mit Pinterest Umsatzentwicklung
Abb.: Pinterest Umsatzentwicklung. Quelle Pinterest Investor Relations.

Noch positiver entwickelte sich das bereinigte EBITDA mit 93 Millionen Dollar statt 27 Millionen erwartet. Die Zahl der Monthly Active User (MAU) stieg auf 442 Millionen, das sind 37 Prozent mehr gegenüber Vorjahresquartal.

Die Aktie schoss daraufhin über 26 Prozent nach oben. Seit Jahresanfang hat die Pinterest-Aktie um sagenhafte 240  Prozent zugelegt.

Vergleich Chart Pinterest-Aktie vs. Nasdaq-100 Ytd.
Abb.: Pinterest-Aktie vs. Nasdaq-100 Ytd.

Für uns sind diese tollen Zahlen nicht gänzlich überraschend. Wir halten Social-Media-Unternehmen für langfristige Gewinner des aktuellen Digitalisierungssprungs. Folgerichtig gehören Pinterest neben Facebook und Twitter zu den Top-10-Positionen im Portfolio von The Digital Leaders Fund.

Drei Gründe für den den Erfolg

Falls Du das Geschäftsmodell von Pinterest nicht kennst, kannst Du jetzt unser Porträt zur Pinterest Aktie lesen. Nach der Vorlage der Q2-Ergebnisse hatten Anleger bereits eine erste Neubewertung bei Pinterest vollzogen, siehe hierzu auch „Drei Gründe für die Kursexplosion.“

Im Analysten-Call zum Q3 hob Pinterest-CFO Todd Morgenfeld drei Gründe für den aktuellen Erfolg hervor:

Pinterest hat spät angefangen, die Plattform attraktiv für Werbekunden zu machen. Investments in automatische Gebotssteuerung (automated bidding), optimierte Zielgruppenansprache und Shopping-Features helfen Werbekunden mittlerweile dabei, ihre Marketingbudgets rentierlich auszugeben.

Todd Morgenfeld: „ Specifically, auto bid was a meaningful contributor to the strength in Q3, especially for small and medium sized businesses. And their international business grew 145% year-over-year now representing 16% of total revenue, up from 10% of revenue in Q3 of last year.”

Zudem würden Werbekunden und insbesondere große Einzelhändler nach der Pause im Q2 wieder auf die Plattformen zurückkehren. Diese Aussage wird auch gestützt durch die Daten vom Researchhaus Magna Global.

Daten vom Researchhaus Magna Global - Rückkehr großer Werbekunden auf Plattform

Der Druck auf viele kleine und mittelständische Unternehmen, mehr über E-Commerce-Kanäle zu verkaufen, macht sich jetzt für Pinterest deutlich bemerkbar. Pinterest ist dem Beispiel von Facebook gefolgt und hat in lokale Vertriebsteams investiert, die Kunden helfen, die Werbeformate erfolgreich zu nutzen. Auch hier machen sich die Investitionen nun bezahlt.

Zudem profitiert Pinterest von der Kritik an Facebook und Twitter. Jenseits von toxischen, politischen Diskussionen, Hasskommentaren und Fakenews dreht sich bei Pinterest alles um Ideen und Inspiration.

Die Abkehr manch großer Brands von Facebook tut Mark Zuckerberg nicht weh, doch für Pinterest ist das nicht nur Rückenwind, sondern ein Gamechanger, da global operierende Unternehmen bei der Monetarisierung der Plattform weltweit eine große Rolle spielen.

Positiver Ausblick

Für Q4 erwartet Pinterest ein Umsatzwachstum von ca. 60 Prozent. Wahrscheinlich ist der Oktober sogar noch besser gelaufen. Die Gefahr von Lockdowns könnte das Ergebnis belasten, doch wahrscheinlicher ist der umgekehrten Effekt. Wenn Weihnachten und Corona-Lockdowns zusammenfallen, dann boomt das Geschäft von Onlinehändlern wie Etsy. Und welche „Social-Media-Plattform“ ist der wichtigste Traffic-Kanal für Etsy? Pinterest.

Grafik zeigt Social Traffic auf Etsy.com nach Plattformen
Abb.: Social Traffic auf Etsy.com nach Plattformen. Quelle: Similarweb

Pinterest Aktie auf Allzeithoch – Fazit

Es läuft gut für Pinterest. Das Unternehmen ist noch ganz am Anfang der Monetarisierung der Plattform. Automated bidding für Shopping hat das Unternehmen gerade erst in September gelauncht.

Zwar kommen 77 Prozent der Pinterest-User aus dem Ausland, doch nur 16 Prozent der Umsätze. Doch Anleger sind mehr denn je überzeugt, dass Pinterest ein hoch profitables Unternehmen werden kann. Die Umsätze international sind im Q3 um 125 Prozent gewachsen.

Parallel wächst die Kundenzahl bei Pinterest stärker als bei Facebook, Snap und Twitter. Die Kunden werden immer jünger. Das Wachstum bei der Gruppe der unter 25-Jährigen ist am größten. Die Bewertung der Pinterest Aktie mit EV/Sales (FWD) von ca. 19 erscheint sehr hoch, doch auch bei Facebook lag dieser Wert in der Vergangenheit schon über 20.

Die Bruttomarge wächst sukzessive über 70 Prozent. Spätestens 2022 sollte Pinterest auch einen Nettogewinn nach GAAP vorweisen. Pinterest wird in den nächsten drei Jahren den Umsatz wohl über 40 Prozent p.a. steigern können, auch für den Fall, dass die Kundenbasis nicht weiter deutlich wächst.

Die Werbekunden haben die Plattform jetzt erst entdeckt, und der politische Druck auf Alphabet und Facebook wird immer größer. Trotzdem könnte der Aktienkurs nach den satten Gewinnen konsolidieren. Im Portfolio von The Digital Leaders Fund werden wir die Pinterest-Aktie weiterhin halten.

Wenn Du Pinterest künftig weiter gemeinsam mit uns verfolgen willst, dann kannst Du jetzt hier unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

Disclaimer
The Digital Leaders Fund und/oder der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzen Anteile von Pinterest. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.

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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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