Pinterest – Auf dem Weg zur profitabelsten Plattform

5. Februar 2021

Pinterest Aktie investieren

Die Pinterest Aktie erreicht weiter neue Höchststände. Die Erwartungen waren hoch. Pinterest hat geliefert. Der Umsatz stieg im Q4 2020 um 76 Prozent auf 706 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt ein Wachstum von 62 Prozent erwartet. Die internationalen Umsätze sind sogar um 145 Prozent gestiegen. Im Pandemiejahr 2020 ist der Gesamtumsatz 48 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Dollar gewachsen.

Pinterest Aktie Umsatzentwicklung Chart
Pinterest Umsatzentwicklung. Quelle: Pinterest

Profitables Wachstum

Und noch wichtiger: Pinterest wächst profitabel. Das bereinigte EBITDA ist mit 299 Millionen Dollar um 287 Prozent gestiegen. Das Unternehmen hat im Q4 sogar nach GAAP einen operativen Gewinn von 208 Millionen Dollar erwirtschaftet. Das ist eine operative Marge von 29 Prozent. Im Vorjahresquartal verbuchte man noch einen Verlust von 128 Millionen Dollar.

Auch die Engagement-Zahlen können sich sehen lassen. Die Zahl der Monthly Active User (MAU) stieg auf 459 Millionen, das sind wieder 37 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2020 hat Pinterest somit 100 Millionen neue MAU hinzugewonnen.

Trotz des rasanten Kundenzuwachses hat Pinterest den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer um 29 Prozent auf 1,57 Dollar steigern können. In USA sind es bereits 5,94 Dollar. Zum Vergleich: Bei Facebook liegt dieser Wert in den USA in Q4 bei 53,56 Dollar. Das mag Pinterest nicht erreichen können, aber das ARPU-Wachstum (ARPU = Average Revenue per User) von 49 Prozent in den USA zeigt, dass hier noch viel Platz nach oben ist. Zumal das Thema Shopping in Partnerschaft mit Shopify noch in den Anfängen ist.

Pinterest Aktie ARPU-Entwicklung Chart
Pinterest ARPU-Entwicklung. Quelle: Pinterest

Bemerkenswert ist, wie geringfügig die Kosten im Q4 gestiegen sind. Die Gesamtkosten sind mit 500 Millionen Dollar gerade mal 13 Prozent angestiegen. Das Unternehmen wächst nun Cashflow-positiv. Die Cashbestände sind  auf 1,76 Milliarden Dollar angestiegen.

Seit unserem Erstkauf im Januar 2020 hat die Pinterest-Aktie 290 Prozent zulegen können. Trotz dieser Rallye ist der Kurs nachbörslich nochmal 10 Prozent gestiegen.

Pinterest Aktie im Vergleich mit Nasdaq-100 Chart
Pinterest Aktie vs. Nasdaq-100 Ytd.

Pinterest Aktie Bewertung

Pinterest hat nach der Kursrallye der Pinterest Aktie mittlerweile eine Marktkapitalisierung von über 50 Milliarden Dollar. Für Q1 wird vom Unternehmen ein Umsatzwachstum von über 70 Prozent avisiert. Unterstellen wir für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von 50 Prozent, so ergibt sich ein EV/Sales (forward) von ca. 19. Die meisten Analysten werden in den nächsten Tagen ihre Profitabilitätsschätzungen für Pinterest deutlich nach oben korrigieren müssen. Eine operative Marge von jenseits der 30 Prozent ist sehr realistisch. Unter diesen Voraussetzungen ist die Pinterest Aktie zwar hoch, aber attraktiver als viele SaaS und E-Commerce Unternehmen bewertet.

Gründe für das Wachstum

Wir hatten die Erfolgsstory der Pinterest Aktie in diversen Blogartikeln beschrieben. Pinterest setzt weiterhin auf mehr relevanten Content, besseren Werbetools weltweit und auf mehr Shopping-Elemente auf der Plattform.

Wie auf anderen Plattformen setzt Pinterest auf Videos, wobei es weniger um Selbstdarstellung geht, sondern eher um nutzwertige Tutorials. Zudem kann auf Pinterest Werbung als relevanter Content platziert werden, da Kunden die Plattform gezielt  aufsuchen, um sich hinsichtlich Produkte und Ideen inspirieren zu lassen. So ist die Anzahl der Kataloge von Werbepartner wie Etsy, Wayfairs, Ikea u.a. von Q3 auf Q4 um 60 Prozent gestiegen.

Pinterest hat spät angefangen, die Plattform attraktiv für Werbekunden zu machen. Investments in automatische Gebotssteuerung (automated bidding) und optimierte Zielgruppenansprache haben 2020 zusammen mit einem neuen lokalen Salesteamzu einem internationalen Umsatzwachstum von 145 Prozent geführt. Mittlerweile kommen 17 Prozent des Umsatzes aus dem Ausland. Doch in vielen Märkten bietet Pinterest den Werbekunden noch immer keine Möglichkeit, Anzeigen auf der Plattform zu schalten. So z.B. in Brasilien, wo nach USA die meisten Pinterest Nutzer herkommen. Im ersten Halbjahr 2021 werden die diversen Werbeformate in Lateinamerika ausgerollt.

Social Commerce, also die Einbeziehung des Kunden und seines Netzwerkes in die Produktvermarktung, ist ein großer Trend. Im Earnings-Call gab es leider keine Neuigkeiten zur Zusammenarbeit mit Shopify. Dennoch machte das Management klar, dass man sich hier große Umsatzbeiträge erhofft. Die Zahl der Shopping-Werbekunden hätte sich im Q4 versechsfacht und die Produktsuche auf Pinterest im Jahr 2020 sogar verzwanzigfacht. 2021 sollen nun die neuen Shopping-Features global ausgerollt werden.

Pinterest Fazit

Pinterest ist ein schlankes, nahezu skandalfreies und politisch nicht kontaminiertes Unternehmen. Es muss keine Milliarden von Nutzerkommentaren moderieren, keine Armee von Compliance und Legal-Mitarbeiter beschäftigen, kein Lobbying betreiben und keine großen PR-Kampagnen für die Imagepflege aufsetzen. Hinsichtlich Brand Safety war Pinterest für Werbekunden immer interessant, nun wird die Plattform zunehmend mehr auch kommerziell attraktiv. Bestehende Werbekunden erhöhen die Budgets und zahlreiche neue kommen dazu. Pinterest ist ein großer und vor allem dauerhafter Gewinner des Pushs hin zu E-Commerce. 

Im Portfolio von The Digital Leaders Fund werden wir die Pinterest Aktie weiterhin halten. Wenn Du Pinterest künftig weiter gemeinsam mit uns verfolgen willst, dann kannst Du jetzt hier unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

Disclaimer

The Digital Leaders Fund und/oder der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzen Anteile von Pinterest. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.

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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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