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Match Group – Heißer Sommer treibt Tinder-Aktie 25 Prozent hoch

8. August 2019

Match Group – Heißer Sommer treibt Tinder-Aktie 25 Prozent hoch

Die Match Group hat fantastische Q2 Zahlen präsentiert. Im Grunde liest sich die Erfolgsgeschichte weitgehend so, wie wir sie im letzten Artikel zu Match dargestellt haben. Daher gehen wir nur kurz auf die Höhepunkte ein.

Umsätze, Gewinne und Abonnenten-Zahlen konnten deutlich gesteigert werden.

Hier die Highlights für das erste Quartal 2019:

  • Gewinn pro Aktie: $0,43 vs. $0,40 erwartet
  • Umsätze: $498 Millionen vs. $489 Millionen erwartet
  • Abonnenten: 9,1 Millionen (+18 Prozent vs. Q2 2018)
  • Tinder-Abonnenten: 5,2 Millionen (+ 39 Prozent vs. Q2 2018)
  • ARPU (Average Return Per User): $0,58 (vs. $0,57 Q2 2018)

Währungsbereinigt ist ARPU sogar um 5 Prozent auf 0,6 Dollar gestiegen.

Tinder Aktie – 60 Prozent mehr Abonnenten als erwartet

Anfang des Jahres wollte das Unternehmen bis zu 1 Million neue Abonnenten für Tinder gewinnen. Nach den Q1-Zahlen hieß es mehr als 1 Million. Nun erwartet man für das Gesamtjahr 1,6 Millionen Abonnenten. Knapp 900.000 sind es schon im ersten Halbjahr. Allein sequentiell sind über 500.000 Abonnenten dazu gekommen. Das ist der zweithöchste Anstieg von Quartal zu Quartal überhaupt. Da gleichzeitig ARPU um 6 Prozent gestiegen ist (währungsbereinigt noch deutlich höher), hat der direkte Umsatz bei Tinder um 46 Prozent gegenüber Vorquartal zugenommen. Offensichtlich gibt es hier einen klaren Profiteuer des heißen Sommers 2019.

Tinder Aktie - Grafik zeigt Anstieg der Nutzerzahlen
Durchschnittliche Anzahl an Tinder-Abonnenten von Q2 2016 bis Q2 2019. (Quelle: Match Group)

27 Prozent Wachstum bei Abonnenten im Ausland

Das Wachstum bei der Match Group verlagert sich immer mehr ins Ausland. Während in Q1 das internationale Abonnenten-Wachstum doppelt so hoch ausfiel wie in den USA, ist der Unterschied nun noch deutlicher.

Tinder Aktie - Grafik zeigt Anstieg der Nutzerzahlen nach Region
Match Group: Wachstum Abonnenten Nordamerika und International im Vergleich.

Zum ersten Mal hat das Unternehmen im Ausland mehr Kunden als im Inland. Das ist bei Match nicht weiter problematisch, da ARPU währungsbereinigt fast identisch ist. Für die Zukunft wird sich die Entwicklung des US-Dollars somit noch stärker in den Zahlen bemerkbar machen.

Tinder Aktie – Fazit

Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen nun deutliche höhere Umsatzzahlen („high-teens vs. mid-teeens). Auch die EBITDA-Guidance steigt nun auf 770-800 Millionen Dollar (gegenüber 740-790 Millionen Dollar bisher), obwohl man bis zu 25 Millionen Dollar mehr ausgeben möchte für neue Dating-Apps und für weitere Expansion in Asien.

Der operative Gewinn könnte sich aber noch positiver entwickeln. Wir hatten darauf hingewiesen, dass bei Tinder die Einnahmen fast ausschließlich über In-App-Käufe erfolgen und somit stets eine hohe „take rate“ an Apple und Google zu zahlen ist. Seit April gibt es bei Android die Möglichkeit über Kreditkarte zu zahlen. Seither sind die Revenue-Schätzungen auf Google Play kollabiert, hier am Beispiel USA.

Tinder Aktie - Grafik zeigt Umsatz Schätzungen

Die Abonnentenzahlen sind jedoch deutlich angestiegen. Offensichtlich nutzen viele Kunden die alternative Zahlungsmethode, die deutlich höhere Margen für Match Group einbringt. Allerdings gilt das nur für Neukunden und noch nicht für iOS. Dennoch ist das ein sehr spannender langfristiger Trend.

Mit dem starken Kursanstieg liegt EV/Sales bei nun knapp 12 und das KGV deutlich über 30. Das ist trotz der sehr positiven Margenentwicklung nicht mehr günstig.

Im Portfolio des The Digital Leaders Fund werden wir weiterhin die Match Group führen, die Gewichtung jedoch reduzieren.


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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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