TSMC-Aktie: Warum Anleger zunehmend begeistert sind

12. April 2024

TSMC-Aktie 2024

Die Berichtssaison für das zweite Quartal steht vor der Tür. Den Startschuss für Digitalwerte macht, wie gewöhnlich, Netflix. Nächsten Donnerstag erfahren wir, ob der neue Abonnenten-Boom dank „Password Cracking“ weiter anhält. Bevor die heiße Saison startet, blicken wir aber auf die TSMC-Aktie. 

Umsatzzahlen TSMC-Aktie

Am selben Tag wie Netflix, allerdings schon am Vormittag, wird das heute mutmaßlich wichtigste Unternehmen der Welt, nämlich Taiwan Semiconductors (TSMC), die ausführlichen Zahlen für das erste Quartal bekanntgeben. Im Unterschied zu den meisten Unternehmen veröffentlicht TSMC seine Zahlen monatlich. Die Zahlen zeigen, warum die TSMC-Aktie immer beliebter bei Anlegern wird. Das wird von einer weiteren guten Nachricht aus Amerika unterstützt.

Die Kommunikation der Monatsdaten ist äußerst dünn. Die Zahlen werden lediglich in einer Tabelle ohne jegliche Kommentierung veröffentlicht. Details gibt es erst am nächsten Donnerstag.

TSMC-Aktie Zahlen_Q1 2024

Quelle: TSMC

Das Umsatzwachstum ist um 7 Prozent MoM und 34 Prozent YoY ist bis Ende März höher ausgefallen als die Konsensschätzungen.TSMC hat nach vier Quartalen Umsatzrückgang in Folge den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 16,5 Prozent wieder steigern können. 

Die Zahlen sind eine gute Indikation dafür, dass der Boom für AI und Datencenter Chips anhält. TSMC macht mit High-Performance-Computing (HPC) – unter anderem die KI-Beschleuniger für Nvidia und AMD – den größten Umsatz. Das Smartphone-Geschäft ist etwa genauso groß und ist zuletzt wieder stark gewachsen. Nächste Woche werden wir im Ausblick erfahren, ob der Trend weiter anhält. 

TSMC-Aktie hat seit unserem letzten Update im Oktober 2023 um über 50 Prozent zugelegt. Das KGV (FWD) liegt nun bei 24. Das Unternehmen hat das Ziel, in den nächsten Jahren den Umsatz um 15-20 Prozent zu steigern und dabei die Bruttomarge bei über 53 Prozent und die Eigenkapitalrendite bei über 25 Prozent zu halten. Das sollte den Taiwanesen gelingen, denn als führender Auftragshersteller von Apple, Nvidia, AMD, Broadcom, MediaTech, Qualcomm, Marvell u.a. ist es egal wer die Nase bei AI vorne haben wird: TSMC gewinnt immer. Nur das China-Risiko bremst die Euphorie bei den Anlegern (bei Nvidia & Co wird das Risiko jedoch großzügig ignoriert).

USA minimieren Nvidias Risiko mit Subventionen für TSMC

Allerdings schreitet die regionale Diversifikation der Produktionsstätten von TSMC voran, und hier kommen wir zur zweiten guten Nachricht für Investoren.Vor wenigen Tagen gab das Unternehmen bekannt, dass die USA mit Subventionen in Höhe von 6,6 Milliarden Dollar und einem Kredit von über sechs Milliarden Dollar die Produktion von TSMC in Arizona unterstützen werden. TSMC hat die Errichtung einer dritten Chipfabrik in Arizona angekündigt, die 2-nm-Chips ab 2030 produzieren soll. 

Insgesamt plant TSMC 65 Milliarden Dollar in Arizona zu investieren, etwa ein Viertel davon soll mit Hilfe von Staatsgeldern umgesetzt werden. Das ist auch eine gute Nachricht für Apple, Nvidia und AMD, die mit diesem Schritt ihr „Taiwan-Risiko“ deutlich reduzieren. Ich finde es bemerkenswert, dass in der TSMC-Pressemitteilung zu den Subventionen die CEOs von AMD, Apple und Nvidia diesen Schritt mit Zitaten feiern, so z.B. Jensen Huang: “We congratulate TSMC for its historic investment and applaud the Commerce Department for its support. TSMC has been a long-standing partner of NVIDIA since we invented the GPU and accelerated computing, and our ongoing innovation in Artificial Intelligence (AI) would not have been possible without them. We are excited to continue our partnership with TSMC as it brings cutting-edge facilities to Arizona.”

Intel fällt im Wettlauf mit TSMC zurück

Das ist zugleich eine schlechte Nachricht für Intel. Das Foundry-Geschäft von Intel fällt seit Jahren technologisch hinter TSMC zurück. Vermutlich hat es sogar dazu beigetragen, dass Intel seit Jahren im Serve-CPU-Geschäft Marktanteile an AMD verliert, weil letzterer sich auf das Design fokussieren konnte und in der Produktion über TSMC massiv an Geschwindigkeit gewann. Diese Woche hat Intel den eigenen KI-Beschleuniger Gaudi 3, der nach eigenen Angaben beim Training von LLMs performanter sein soll als Nvidia H100, vorgestellt. Intel: “Introduced the Intel Gaudi 3 AI accelerator, delivering 50% on average better inference and 40% on average better power efficiency than Nvidia H100 – at a fraction of the cost”. Auch der Gaudi 3 wird von TSMC produziert, da Intel in der Nanometer-Klasse noch nicht konkurrieren kann. 

Anhand der Informationen zu Kundenadaption sieht man, dass Intel mit Gaudi 3 den derzeit noch kleinen Enterprise-AI Markt adressiert, nicht die Hyperscaler wie Amazon, Meta, Alphabet und Microsoft. Entsprechend hat sich die Nvidia-Aktie unbeeindruckt von der News gezeigt (zumal mit Blackwell die nächste Generation von KI-Beschleuniger kommt), während AMD negativ darauf reagiert hat. Die Intel-Aktie selbst hat seit Jahresbeginn 25 Prozent verloren, nach der Ankündigung von vor zwei Tagen waren es nochmal 3 Prozent.

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Autor

  • Baki Irmak

    Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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