Zahnbürsten-Test: Was Fondsmanager von Google lernen können

22. Februar 2019

Zahnbürsten-Test von Larry Page - Was Fondsmanager von Google lernen können

Quelle Beitragsbild: Google

Der folgende Beitrag ist zuerst erschienen in DAS INVESTMENT Ausgabe März 2019.

Google-Chef Larry Page macht angeblich bei jeder Übernahme den Toothbrush-Test (Zahnbürsten-Test).

Er investiert nur in Unternehmen, deren Dienste Kunden mindestens ein bis zwei Mal am Tag nutzen und die einen Mehrwert bringen.

Je intensiver die Interaktion, umso besser lernt man die Kunden kennen, umso passgenauer werden die Lösungen.

Während traditionelle Finanzhäuser unter Know-Your-Client vor allem die Zusammenstellung von Referenzdaten verstehen, setzen digital führende Unternehmen auf transaktionale Daten.

Referenzdaten ändern sich kaum. Alter, Adresse und Geschlecht sagen auch herzlich wenig über Kundenpräferenzen aus.

Transaktionale Daten wie zum Beispiel Facebook-Likes verraten fast alles über eine Person.

Mit weniger als 100 Facebook-Likes eines Nutzers kann man heute mit großer Treffsicherheit seine Hautfarbe, seine sexuellen Präferenzen, seine politische Einstellung und seine Intelligenz berechnen.

Aber vor allem lässt sich damit viel Geld verdienen, sei es über massenindividuelles Targeting oder Mikrogebühren pro Transaktion.

Welches Bankprodukt würde den Zahnbürsten-Test bestehen? Nur Payment.

Zahnbürsten-Test - Welche Dienste nutzen Kunden ein bis zwei mal am Tag
Welches Bankprodukt würde den Zahnbürsten-Test bestehen?

Das erklärt auch, warum der Fintech-Markt in erster Linie ein Payment-Markt ist.

Auch im Digital Leaders Fund sind Payment-Anbieter überproportional vertreten.

Unsere Portfolioposition die Paypal Aktie hat mittlerweile über 255 Millionen aktive Kunden, die im Schnitt 36,5 Transaktionen pro Quartal tätigen.

Für die spanische BBVA ist die Zahl intelligenter Kundeninteraktionen eines der wichtigen KPIs.

Während man im analogen Banking den Kunden lieber weniger sehen möchte, ist der Erfolg digital von der Zahl und Qualität der Interaktionen abhängig, oft schafft Quantität sogar Qualität.

Kunden kaufen Lebensmittel häufiger als Bücher, noch häufiger kaufen sie Frischwaren.

Daher ist Amazon nun auch in diesen Markt eingestiegen. Mehr Interaktion, mehr Relevanz, mehr Cross-Selling.

Und nun die gute Nachricht für die Fondsindustrie: Der Zahnbürsten-Test ist nicht nur ein guter Lackmus-Test für die Relevanz eines Produktes im digitalen Zeitalter.

Er beantwortet auch die Frage, ob Google, Amazon, Facebook und Co. uns bald Konkurrenz machen werden.

Mit dem Zahnbürsten-Test kennen wir das Ergebnis.


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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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Eine Antwort

  1. Hallo, ich muß dem voll und ganz zustimmen.
    Ich sehe diese Problematik an meiner Hausbank, dort lebt man noch im letzten Jahrhundert – wehe ein Kunde will eine
    vernünftige Info oder einen preiswerten Dienst. Leider akzeptieren zu viele deutsche Kunden das.
    Daher habe ich dort nur mein Girokonto.
    Grüße

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