Arista profitiert vom Boom der Cloud-Titanen

15. Februar 2019

Arista Boom Q4 2018

6 Monate nach der erstmaligen Vorstellung der Arista Aktie möchte ich anlässlich der Vorlage der Arista Bilanz für 2018 ein Update zum Unternehmen geben.

Denn der aufstrebende Netzwerkausrüster ist seit dem Start unseres Fonds ein fester Bestandteil unseres Portfolios.

Highlights Q4 2018

Arista hat 2018 mit einem weiteren Rekordquartal abgeschlossen.

Der Umsatz ist im Q4 um 27 Prozent auf $596 Millionen angestiegen gegenüber Q4 2017.

Das Netto-Ergebnis von $170 Millionen im Q4 bedeutet einen Anstieg des EPS um 63 Prozent auf $2,10.

Das ist ebenfalls neuer Rekord.

Arista – Gesamtjahr 2018

Im Gesamtjahr 2018 ist der Umsatz um 30 Prozent gewachsen auf $2,15 Milliarden.

Die Bruttomarge ging minimal zurück und beträgt weiterhin gut 64 Prozent.

Befürchtungen über die Auswirkungen der Zölle auf Komponenten aus in China haben sich als überzogen dargestellt, da man einen guten Teil der höheren Kosten an die Kunden weiterreichen konnte.

Arista besitzt eine sehr schlanke Organisation.

Die Ausgaben für die allgemeine Verwaltung (G&A) betrugen weniger als 2 Prozent des Umsatzes und auch für Vertrieb und Marketing wurden nur gut 7 Prozent des Umsatzes ausgegeben.

Diese Aufstellung ermöglicht die hervorragende operative Marge von über 37 Prozent vom Umsatz.

Das Nettoergebnis für 2018 betrug $328 Millionen, das entspricht einer Nettorendite von 15 Prozent.

Belastet wurde das Nettoergebnis durch den Abschluss einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Cisco.

Arista erklärte sich zur Zahlung von $400 Millionen an Cisco bereit.

Daher auch den Rückgang des Gewinns pro Aktie (GAAP)  in 2018 auf “nur” $4,06 gegenüber $5,35 im Vorjahr.

Arista Boom Q4 2018 - Übersicht wichtiger Finanzkennzahlen
Arista Q4 2018: Übersicht der finanziellen Highlights aus dem Gesamtjahr.

Die Bilanz von Arista strotzt vor Kraft.

Dank eines operativen Cashflow von $296 Millionen alleine im Q4 beendete man 2018 mit Cashreserven von circa $2 Milliarden.

Trotz der Zahlung von $400 Millionen an Cisco hat man in 2018 insgesamt $503 an operativem Cashflow erzielt.

Man darf davon ausgehen, dass Arista ab 2019 jährlich mehr als $1 Milliarde erwirtschaften wird.

Arista Guidance Q1 2019

Traditionell gibt Arista keine Guidance für das gesamte nächste Jahr ab.

Daher mussten sich die Analysten wie in den Vorjahren mit der Guidance für das laufende Q1 2019 zufrieden geben:

Der Umsatz soll circa $595 Millionen betragen, das bedeutet ein Wachstum von mindestens 25 Prozent und die operative Marge soll weiterhin bei über 35 Prozent liegen.

Das Geschäft mit den Cloud-Titanen

Obwohl Arista insgesamt 5.600 Kunden hat, besteht das wichtigste Kundensegment aus gerade mal einer Handvoll Kunden.

Und zwar handelt es sich um die führenden Public-Cloud-Provider (Amazon Web Services, Microsoft, Google, …).

Diese waren in 2018 wohl für circa 40 Prozent der Umsätze verantwortlich.

Der Umsatzanteil von Microsoft alleine betrug in 2018 circa 27 Prozent.

Die CEO betonte, dass dies sehr ungewöhnlich sei und sich in Zukunft so wahrscheinlich nicht wiederholen wird.

Risiken bei Arista

Es besteht also eine erhebliche Abhängigkeit von den “Cloud-Titanen“ als wichtigste Kunden.

Natürlich ist die Konzentration von großen Umsatzanteilen bei wenigen Kunden immer ein Grund zur Besorgnis.

Allerdings besteht dort wohl eine gegenseitige Abhängigkeit und Microsoft, Google und AWS könnten ihre auf Arista-Komponenten basierende Cloud-Architektur sicherlich nicht ohne weiteres auf Wettbewerbsprodukte umstellen.

Arista macht derzeit „nur“ 28 Prozent des Umsatzes außerhalb der USA (sogar nur 24 Prozent im Q4).

Für einen echten global Player ist diese regionale Verteilung etwas schwach.

Aber das ist natürlich auch das Ergebnis des großen Erfolges in den Partnerschaften mit den Cloud-Titanen aus USA.

Ein weiteres Risiko besteht in einer möglichen Erhöhung der US-Handelszölle auf China-Komponenten.

Sollte wirklich die angedrohte Erhöhung auf 25 Prozent kommen, so würde dies die Margen belasten.

Wachstumschancen

Arista ist seit dem IPO in 2014 bekannt geworden als der Hersteller der weltweit schnellsten Switches.

Das sind elektronische Geräte zur Verbindung mehrerer Computer beziehungsweise Netzwerk-Segmente in einem Netzwerk.

Kritiker haben das Unternehmen manchmal als “One-Trick-Pony” dargestellt und auf das wesentlich breitere Produktspektrum des Erzrivalen Cisco hingewiesen.

Doch Arista hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.

Das mittlerweile recht komplexe Produktportfolio von Arista ist nur für Netzwerk- und Cloud-Infrastruktur-Experten wirklich zu verstehen.

Fakt ist jedoch, dass Arista mittlerweile viel mehr ist als ein Hersteller von schnellen Switches.

Diese Erkenntnis ist meiner Meinung nach am Markt noch nicht wirklich angekommen.

Arista Boom Q4 2018 - Grafik Wachstumstreiber 2018
Arista Q4 2018: Grafik zeigt, dass Arista inzwischen viel mehr ist als nur ein Hersteller von schnellen Switches.

Es gibt mindestens drei Marktsegmente in denen Arista aktuell seinen adressierbaren Markt (TAM = Total Adressable Market) erheblich erweitert und somit noch auf Jahre hinaus weiteres Wachstum generieren kann:

  • Der Einstieg In den WiFi Markt für Campus Area Networks durch die Akquisition von Mojo Networks in 2018.
  • Die schnell an Bedeutung gewinnenden Routing-Produkte (das Kundenwachstum bei FlexRoute betrug 50 Prozent in 2018).
  • Die Einführung einer neuen schnelleren Generation von 400Gbps Switches (400 Gigabits pro Sekunde – der heutige Standard ist 100Gbps = 1 Mrd. bits pro Sekunde).

Arista adressiert mit neuen – immer öfters softwarebasierten –  Produkten also einen wachsenden Markt und das ermöglicht auch weiterhin trotz der erreichten Größe ein zügiges und gleichzeitig profitables Umsatzwachstum von mehr als 25 Prozent in 2019.

Die Arista Aktie

Nach einem atemberaubenden Anstieg um 400 Prozent in den Jahren  2016-2017 hat die Arista Aktie in 2018 konsolidiert.

Das war auch dringend nötig, denn die Aktie war heißgelaufen und das Wachstum des Unternehmens hat sich von atemberaubenden 46 Prozent in 2017 auf nunmehr 30 Prozent abgekühlt.

Arista Boom Q4 2018 - Chartverlauf 3 Jahre der Arista Aktie
Arista Q4 2018: Nachdem die Arista Aktie heißgelaufen war, hat sie in 2018 konsolidiert. (Chart: Finanztreff)

Kein Wunder also, dass auch die Arista Aktie von der scharfen Korrektur an den Tech-Märkten betroffen war und in 2018 zeitweise fast 40 Prozent verloren hatte.

Mittlerweile hat sich die Aktie von ihren Tiefständen Ende 2018 wieder deutlich erholt.

Fazit

Mit einem KGV von circa 30 auf der Basis der zu erwartenden Gewinne für 2019 ist das Unternehmen derzeit fair bewertet.

Wir haben in der Korrektur unseren Anteil an der Arista Aktie erhöht, da wir vom Unternehmen und den Wachstumsaussichten überzeugt sind.

Die Arista Aktie sehen wir als festen Bestandteil unseres Portfolios in der Kategorie der Digital Enabler und planen weiterhin ein langfristiges Investment.

Hier bekommst Du eine Übersicht weiterer Unternehmen aus unserem Portfolio.


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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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