Entwirrung von “Bookings”, “Billings” und “Revenues”

23. Juli 2019

Entwirrung von Bookings, Billings und Revenues - Illustration mit Menschen die Knoten lösen

Der folgende Beitrag ist zuerst erschienen in DAS INVESTMENT Ausgabe August 2019.

Die Fundamentalanalyse von Software-Unternehmen kann im Zeitalter von SaaS (Software as a Service) verwirrend sein.

Während man es früher üblicherweise mit Umsätzen und Auftragseingängen zu tun hatte, muss man sich jetzt mit neuen Begriffen wie Bookings, Billings und Deferred Revenue auskennen, um die Geschäftszahlen von Technologiewerten und die Reaktion der Finanzmärkte einschätzen zu können.

Die meisten Softwarefirmen verkaufen heutzutage Abonnements (Subskriptionen) und generieren damit vom Finanzmarkt besonders hoch bewertete wiederkehrende Einnahmen.

Bookings

Die Bookings sind dem klassischen Auftragseingang sehr ähnlich.

Sie bedeuten die vertragliche Verpflichtung der Kunden, Geld für die Leistungen eines Unternehmens auszugeben zum Beispiel im Rahmen des Abonnements einer Software.

Die Verbuchung von Bookings sind unabhängig von der Leistungserbringung, die erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, und der Zahlung.

Umsatz (Revenue)

Meist zahlen Kunden bei Vertragsabschluss zum Beispiel 12 Monate im voraus für einen Jahresvertrag.

Der Umsatz entsteht jedoch erst dann, wenn die Dienstleistung (zum Beispiel die Softwarenutzung) auch tatsächlich erbracht wird.

Bei einem Subskriptionsvertrag wie zum Beispiel SaaS-Produkten werden die Umsätze ratierlich über die Laufzeit des Abonnements realisiert.

Jeden Monat wird im Falle eines Jahresvertrages 1/12 der Bookings als Umsatz anerkannt.

Das Geld, das vom Kunden nach Rechnungsstellung vereinnahmt wurde, aber noch nicht als Umsatz verbucht werden kann, wird zu „Deferred Revenue“ und zunächst als Verbindlichkeit in der Bilanz verbucht.

Die Entwicklung dieses Bilanzpostens ist einer der wichtigsten Indikatoren für die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens.

Billings

Die Billings entsprechen dem Geld, das den Kunden in einer Periode tatsächlich in Rechnung gestellt wird.

Das kann zum Zeitpunkt der Bookings geschehen, wenn der Vertrag im voraus bezahlt wird, oder zum Zeitpunkt der Realisierung des Umsatzes, wenn monatliche Zahlung vereinbart wurde. Dies ist auch dann möglich, wenn die Bookings ein ganzes Jahr der Vertragsbindung vorsehen.

Erfahrene Growth-Investoren legen besonderen Wert auf die Entwicklung der Bookings und Billings.

Diese sind viel besser als der Umsatz dazu geeignet, die zukünftige Entwicklung eines Subskriptionsgeschäftes wie zum Beispiel SaaS einzuschätzen.

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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit über 30 Jahren in Aktien. Er verwaltet eines der erfolgreichsten investierbaren Musterportfolios auf der wikifolio Plattform.

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