Nutanix – Die rasante Wandlung zum SaaS-Anbieter

3. September 2018

Nutanix Beitragsbild Schmetterling kurz nach dem schlüpfen aus dem Kokon

Nutanix hat in der vergangenen Woche Zahlen zum Geschäftsjahr 2017/2018 bekanntgegeben.

Ich hatte die spannende Investmentstory rund um den Wandel des Geschäftsmodells vom innovativen aber magenschwachen Hardware-Hersteller hin zum SaaS-Anbieter eines Betriebssystems für Rechenzentren in einem früheren Beitrag über die Nutanix Aktie schon einmal thematisiert.

Mitterweile verzichtet Nutanix fast vollständig auf den Vertrieb von Fremd-Hardware und fokussiert sich auf den Vertrieb der Hardware-unabhängigen eigenen Software.

Dennoch stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 um 37 Prozent auf $1,2 Milliarden.

Damit hat Nutanix weniger als 10 Jahre nach der Gründung einen Milliardenumsatz erreicht und ist damit wohl eines der schnellst wachsenden Tech-Unternehmen aller Zeiten.

Zudem hat man in diesem Jahr den Cashflow-Breakeven erreicht. Folgende Grafik zeigt die Highlights des vierten Quartals im Überblick:

Nutanix Übersicht der Zahlen zum vierten Quartal
Nutanix Quartalszahlen im Überblick: Ein erfolgreiches viertes Quartal rundet das gelungene Geschäftsjahr 2018 ab. (Quelle: Nutanix Q4 Earnings Presentation)

 

Doppelter Ritterschlag für Nutanix

Im vierten Quartal hat man den größten Deal in der Unternehmensgeschichte abgeschlossen.

Der Auftrag mit einem Volumen von über $20 Millionen kommt aus dem US-Verteidigungsministerium. Das ist dann wohl auch ein Ritterschlag für die Qualität der Nutanix-Produkte.

Noch ein weiterer Ritterschlag kommt von SAP. Denn die Nutanix Produkte wurden gerade als erste HCI Infrastruktur überhaupt offiziell für den Betrieb von SAP HANA zertifiziert.

Nutanix spielt mittlerweile in der Champions-League mit den ganz großen Enterprise IT-Infrastruktur Herstellern: Alleine im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2018 wurden 46 Deals mit einem Volumen größer als $1 Million abgeschlossen.

In den nur 2 Jahren seit dem IPO in 2016 hat sich der Umsatz von $445 Millionen auf nun $1,2 Milliarden fast verdreifacht.

 

Effizientes Wachstum

Immer wieder betont das Management, dass die Unternehmensführung viel Wert auf einen hohen Rule of 40 Score legt.

Diese Benchmarkt misst wie effizient ein Unternehmen wächst und wie gut die Balance zwischen Umsatzwachstum und Cashflow-Entwicklung gehalten werden kann.

Für das Geschäftsjahr 2018 liegt dieser Wert bei Nutanix mit 51 Prozent deutlich über der Marke von 40 Prozent, die für ein besonders gut skalierbares Geschäftsmodell spricht und laut Management auch in Zukunft erreicht werden soll.

 

Konsolidierung der Nutanix Aktie

Die Nutanix Aktie hat in den vergangenen Monaten (nach einer unglaublichen 200 Prozent Rallye) auf hohem Niveau konsolidiert. Diese Konsolidierung wird beim Blick auf den Chartverlauf der letzten sechs Monate deutlich:

Nutanix Aktie Chartverlauf der letzten sechs Monate
Die Nutanix Aktie konsolidierte in den letzten 6 Monaten auf hohem Niveau. (Chart: www.finanztreff.de)

 

Aktuell muss der Markt nach Vorlage der Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 erst einmal verarbeiten, dass der ausgewiesene Umsatz im vierten Quartal (auf $304 Millionen) nur um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Auf den ersten Blick wirkt das enttäuschend.

Dies entspricht aber beim näheren Hinsehen genau den eigenen Prognosen, da $95 Millionen an Hardwareumsatz nicht mehr verbucht wurden aufgrund der Transformation des Geschäftsmodells in Richtung Software.

 

Software-Geschäft wächst um über 50 Prozent

Die für mich wichtigste Kennzahl zur Beurteilung des Nutanix-Geschäfts sind die Software- und Support-Billings. Das sind die in Rechnung gestellten Deals in einem bestimmten Zeitraum.

Diese können wesentlich von den Umsätzen abweichen. Insbesondere da Nutanix nun viel mehr Subskriptionen abschließt, die erst während der Laufzeit nach und nach als Umsatz verbucht werden.

Die Software- und Support-Billings wuchsen im vierten Quartal um beeindruckende 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr und immerhin 54 Prozent im Gesamtjahr.

Dabei wurden in nur einem Jahr 3.600 Neukunden gewonnen, davon alleine 1.000 im letzten Quartal.

Nutanix Einnahmen aus Service und Support Leistungen
Das Software Geschäft von Nutanix wächst auch im vierten Quartal 2018 rasant.

 

Fortschritte auch bei der Profitabilität

Begünstigt durch die schon weit fortgeschrittene Transformation hin zur SaaS-Company stieg die Gross-Margin im vierten Quartal auf über 77 Prozent. Und das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Beeindruckend.

Der Free-Cashflow ist nach $-30 Millionen im Vorjahr im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 mit $30 Millionen erstmals deutlich positiv.

Unterm Strich stehen bei Nutanix allerdings weiterhin rote Zahlen und ein Verlust pro Aktie von -1,81$ nach -3,57$ im Vorjahr.

Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn Nutanix investiert in 2019 nochmals verstärkt in den Ausbau des Produktportfolios und der Vertriebsorganisation.

Im Fokus steht somit das eigenfinanzierte Umsatzwachstum und nicht die kurzfristige Profitabilität oder die Steigerung des Free Cashflows.

 

Nutanix bleibt Kerninvestment des DLF

Es ist noch völlig offen, inwieweit es Nutanix gelingt, die eigene Vision umzusetzen und tatsächlich ein Betriebssystem für die hybride Multi-Vendor-Cloud zu etablieren.

Aber ich traue diesem Unternehmen nach wie vor zu, unabhängig zu bleiben und im Laufe der Jahre in ganz neue Größenordnungen zu wachsen. Natürlich mit entsprechenden Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Die Aktie ist damit nach wie vor sehr attraktiv; auch wenn die laufende Konsolidierung durchaus noch länger anhalten könnte.

Für uns bleibt Nutanix ein Basisinvestment im IT-Infrastrukturbereich für das Portfolio des DLF (Klick).

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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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Eine Antwort

  1. Danke für die interessanten Erklärungen: Natürlich schreibt man im Softwaregeschäft höhere Gewinne, gut dass Du das Deinen Lesern einmal vor Augen geführt hast. Der Chart läuft seit März seitwärts zwischen 47 und 64 US$. Und man darf gespannt sein, in welche Richtung der Ausbruch erfolgt.

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