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Yext Aktie: Digitale Identität für Unternehmen

12. Juni 2018

Yext Aktie investieren - Ball mit verschiedenen Social Media Logos

Nicht sehr oft entdecke ich die Aktie eines noch relativ unbekanntes Softwareunternehmens, das eine Lösung für ein wachsendes Problem anbieten kann, welches fast jeder Unternehmenskunde hat.

Noch viel seltener ist, dass diese Company weit und breit das einzige Unternehmen ist, das eine überzeugende Lösung für dieses Problem präsentieren kann.

Soll heißen: Man ist “First Mover” in einem neuen Markt-Segment mit allen Vor- und Nachteilen einer solchen Markt-Position.

Yext – der Leader im Digital Knowledge Management

Genau in dieser spannenden Position ist derzeit die Firma Yext, Inc. aus New York.

Die hat mit der Yext Aktie vor etwa einem Jahr einen erfolgreichen IPO an der NYSE hingelegt.

Unter dem Buzzword “Digital Knowledge Management” bietet die SaaS-Firma die Möglichkeit, auf einer einzigen Plattform die komplette digitale Identität eines Unternehmens effizient zu verwalten.

Worum geht es dabei?

Heutzutage ist es für ein Unternehmen nicht nur wichtig, einen vernünftigen eigenen Web-Auftritt zu pflegen.

Vielmehr geht es darum, auf einer Vielzahl von relevanten und weniger relevanten Plattformen im Internet einen konsistenten und guten digitalen Eindruck zu hinterlassen.

In der Realität bedeutet das die Pflege von vielen Daten auf Dutzenden von verschiedenen Web-Services.

Angefangen von Suchdiensten wie Google, über Social Networks wie Facebook + Co. bis hin zu verschiedenen Branchendiensten wie z.B. Tripadvisor.

Insbesondere neue sprachbasierte Dienste wie Alexa-Skills spielen hier eine immer größere Rolle.

Denn natürlich muss man auch Alexa oder Siri erst durch Dateneingabe mehr oder weniger mühselig “beibringen”, wie die entsprechenden Fragen zum eigenen Unternehmen beantwortet werden sollen.

Yext Aktie – Was ist das Problem?

Die manuelle und gleichzeitig tag-aktuelle Pflege all dieser Services ist nahezu unmöglich.

So bleibt es ohne die Yext-Plattform bisher für kleine und große Unternehmen ein Wunschtraum, dass Endkunden überall im Netz die gleichen Antworten auf häufige Fragen vorfinden.

Da geht es zum Beispiel um:

  • Öffnungszeiten
  • Sonderangebote
  • Speisekarten
  • Ansprechpartner.

Die Lösung von Yext

Die Yext – Plattform erlaubt es, all dieses Wissen über das eigene Unternehmen, welches man im Netz verbreiten will, an einem zentralen Ort bereitzustellen.

Die Yext – Softwareplattform wird damit zur “Single Source of Truth”.

Sie verteilt bzw. synchronisiert dieses Wissen dann zu weit über hundert relevanten Internet-Services. Monetarisiert wird diese Lösung von Yext – natürlich – als subskriptionsbasierte Software as a Service Plattform (SaaS). Dies ermöglicht ein Geschäftsmodell mit gut planbaren wiederkehrenden Umsätzen und hohen Gross-Margins von ca. 75%.

Ein Unternehmen im Land-Grab-Modus

Allerdings ist Yext noch relativ weit davon entfernt, unterm Strich Geld zu verdienen. Und das hat durchaus eine Wirkung auf die beurteilung der Yext Aktie.

Denn man ist als First Mover in diesem neuen Marktsegment des “Digital Knowledge Management” im Land-Grab-Modus.

Das heißt, die Steigerung des Umsatzwachstums (zuletzt 37% p.a.) ist dem Management derzeit wichtiger als die Optimierung der Profitabilität.

Auch in Zukunft sind erhebliche Aufwände für Marketing + Sales zu erwarten.

Denn als First Mover hat man immer auch den Nachteil, die potentiellen Kunden zunächst mal aufklären zu müssen.

Und zwar über das, was man für sie leisten kann.

In 2018 sollte jedoch zumindest der Cashflow-Breakeven erreicht werden bei einem Umsatz von mindestens $225 Millionen.

Unterm Strich werden aber wohl mindestens noch die nächsten 2 Jahre rote Zahlen stehen. Die Yext Aktie ist leider wie fast alle SaaS-Companies alles andere als billig zu haben.

Auf Basis der erwarteten Zahlen des laufenden Geschäftsjahres beträgt der Enterprise Value bei einer Marktkapitalisierung von $1,8 Milliarden  das 7-fache des Umsatzes.

Dennoch ist die Bewertung der Yext Aktie nicht ganz so “abgehoben” wie bei einigen anderen SaaS-Firmen mit ähnlichen Wachstumsraten, die aktuell noch deutlich höhere EV/Sales-Verhältnisse aufweisen.

Investieren in die Yext Aktie – Die Vision von Yext

Ich könnte mir vorstellen, dass es Yext tatsächlich gelingt, ein neues Enterprise Softwaresegment mit zu definieren.

Denn das Problem, das sie lösen, ist real und wird von Jahr zu Jahr größer bei eigentlich allen Unternehmen rund um den Globus.

Sollte es gelingen, Yext als “Single Source of Truth” für die digitale Identität eines Unternehmens zu etablieren, so dürfte man sich hier in den nächsten Jahren als echter Digital Leader etablieren.

Die Yext Aktie ist ein neuer Wert im Portfolio des Digital Leaders Funds – auch wenn es sich hier um eine relativ frühe Phase der Unternehmensentwicklung eines Digital Enablers mit entsprechend großen Chancen und Risiken handelt.

Im Artikel zur Twilio Aktie wird deutlich, wie markant die Gewinne mit einem solchen Digital Enabler ausfallen können.

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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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4 Antworten

  1. Hallo Stefan, vielen Dank für deinen hoch interessanten Blog. Hier kann man viel lernen. Es gibt viele interessante Unternehmen im “digital leaders” Bereich. Es ist aber schon ziemlich schwer, an die Daten zur Bewertung zu kommen. Was hältst du von Avalara?
    Viele Grüße, Torsten.

    1. Hi Torsten, vielen Dank für das positive Feedback. Avalara gehört für mich zu den gehypten IPO’s der letzten Zeit, die ich völlig überteuert finde. 25% Wachstum bei einem Steuer-Software-Unternehmen, warum sollte das mehr als den 10-fachen Umsatz wert sein? Nein, das ist völlig abgehoben und solche Post-IPO-Bewertungen stimmen mich generell sehr nachdenklich was den Zustand des Gesamtmarktes an den Technologiebörsen angeht. Bitte lass mich wissen, falls ich auf die Schnelle irendwas übersehen habe bei Avalara. Das Wachstum müsste sich schon deutlich beschleunigen, damit die aktuellen $3 Mrd. Unternehmenswert gerechtfertigt sind.

  2. Hi Stefan,
    die Story klingt hochinteressant. Bei dem rasanten Anstieg der Techs wird es aber wohl immer schwieriger, aussichtsreiche Investments zu finden. Was passiert, wenn der Tech-Aufschwung plötzlich dreht, die Aktie nach unten rauscht und Niemand eine Kapitalerhöhung bei einem Unternehmen mittragen will, das noch Verluste schreibt.

    Ich nehme an, die Gewichtung in Eurem Fonds hält sich in Grenzen. Wie Du aber bei stw-boerse.de geschrieben hast: “Nicht investieren aus Angst vor der Korrektur ist auch keine Lösung!”

    Und der Fonds hat ja schon ein gutes Polster in der kurzen Zeit aufgebaut!
    Viel Erfolg weiterhin
    Thomas

    1. Hallo Thomas,
      Du sprichst einen guten Punkt an: tatsächlich investiert der Fonds i.d.R. nur in Unternehmen, die zumindest nahezu Cashflow Break even sind. D.h. wir investieren grundsätzlich nicht, wenn für das weitere Wachstum eine Kapitalerhöhung unumgänglich ist. Das gibt uns die Zuversicht, dass unsere Unternehmen auch eine schlechte Börsenphase (in der Kapitalerhöhungen nicht mehr zu vernünftigen Konditionen möglich sind) gut überstehen werden. In einer solchen Phase wird natürlich der Aktienkurs leiden, aber die Unternehmensentwicklung nicht unbedingt in gleichem Maße.
      VG Stefan

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