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TSMC stellt Apple und Nvidia in den Schatten

23. Januar 2019

TSMC besser als Apple und NVIDIA

Im Oktober 2018 hatten wir die TSMC Aktie als heimliche Macht in der Chipindustrie vorgestellt. Und tatsächlich ist die Aktie seitdem der einzige reinrassige Halbleiter-Hersteller im Portfolio des DLF.

Wir sind mit dieser Entscheidung für TSMC bisher sehr zufrieden, denn während bekannte „Fab-Less Manufacturers“ wie Apple und Nvidia seitdem um fast 30 Prozent verloren haben, hat sich die TSMC Aktie auch in der Marktschwäche erstaunlich robust gezeigt und hat weniger als 5 Prozent verloren.

TSMC besser als Apple und NVIDIA - Chart Vergleich TSMC Apple NVIDIA
Auch in der jüngsten Marktschwäche zeigt sich TSMC gegenüber Apple und NVIDIA robust. (Quelle: Finanztreff)

TSMC hat auch in Q4 2018 geliefert

Bereits am 17. Januar hat TSMC die Geschäftszahlen für das Q4 2018 vorgelegt.

Im Gegensatz zu Apple und Co. hat man auch in einem Quartal voller Herausforderungen nicht enttäuscht.

Alle Kennzahlen sind im Rahmen der Guidance geliefert worden:

  • Die Netto-Gewinn-Marge betrug im Q4 stolze 34,5 Prozent.
  • Die Eigenkapitalrendite ist mit 24,6 Prozent ebenfalls prima (Gesamtjahr 2018 22 Prozent).
  • Die Bilanz strotzt bei einer EK-Quote von 80 Prozent nur so vor Kraft.

Allerdings ist TSMC im Gegensatz zu den anderen Digital Enablern im Depot des DLF kein High-Growth-Wert. Das Umsatzwachstum auf $34,2 Milliarden in 2018 betrug auf USD Basis 6,5 Prozent, der Vorsteuergewinn erhöhte sich ebenso wie der Free Cashflow nur marginal.

Düsterer Ausblick auf 2019

Das TSMC Management hat in seiner aktuellen Guidance einen mehr als verhaltenen Ausblick auf 2019 gegeben:

Die Umsatzerwartung in Q1 2019 beträgt $7,35 Milliarden, das ist (auch aus saisonalen Gründen) 22 Prozent weniger als im abgelaufenen 4. Quartal 2018.

Für das volle Jahr 2019 wird nur noch ein Wachstum von circa 2 Prozent prognostiziert, dabei soll das 2. Halbjahr wesentlich stärker verlaufen als das 1. Halbjahr.

In Erwartung eines schwachen wirtschaftlichen Umfeldes hat man die Investitionen für 2019  zurückgefahren.

Vor allem die deutlich schwächer als erwartete Nachfrage nach Apples neuen iPhones (mehr dazu in unserem Artikel zum Kurssturz der Apple Aktie) führt dazu, dass ausgerechnet die Produktionsanlagen für die neueste 7nm Chip-Generation kurzfristig nicht ausgelastet sein werden.  

Zudem hat das Ende des Krypto-Booms nicht nur zum Absturz der Nvidia-Aktie geführt, sondern belastet auch TSMC.

Denn das Unternehmen produziert die zum Krypto-Mining verwendeten Chips für Nvidia. Diese werden momentan nicht mehr nachgefragt, da das Krypto-Mining aufgrund des Crashs von Bitcoin, Ethereum  + Co. unprofitabel geworden ist.

Allerdings wirkt sich die Nachfrageschwäche bei Apple und Nvidia längst nicht so stark auf TSMC aus, denn TSMC ist mit seinem Kundenportfolio glücklicherweise wesentlich breiter aufgestellt.

Das TSMC Management erwartet, dass die Bruttomarge von 48,3 Prozent in 2018 auf 44 Prozent in 2019 sinken wird. In 2017 hatte sie noch 50,6 Prozent betragen.

Der operative Gewinn soll in 2019 noch 32 Prozent gegenüber 37,2 Prozent in 2018 betragen.  

Man sieht also auch bei TSMC die deutlichen Bremsspuren der äußerst zyklischen Halbleiterindustrie.

TSMC ist Technologieführer

In unserer Vorstellung von TSMC vor einigen Monaten hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass das Unternehmen technologisch im Wettlauf um immer kleinere Chips derzeit die Nase vorne hat.

Die unter Anderem für die Produktion der neuesten iPhone Chips verwendete 7nm Technologie machte im 4. Quartal 2018 bereits 23 Prozent der Umsätze bei TSMC aus.

Im Jahr der Markteinführung 2018 waren es insgesamt 7 Prozent.

TSMC besser als Apple und NVIDIA - TSMC Umsatz viertes Quartal 2019
Die neueste 7nm Technologie machte im 4. Quartal 2018 bereits 23 Prozent der Umsätze bei TSMC aus.

Im obigen Chart sieht man sehr schön die rasante Umstellung auf die neueste Technologie, die TSMC aktuell nicht nur zum marktführenden Auftragsfertiger sondern auch zum Technologieführer macht.

Zur Erinnerung: Intel musste den Produktionsstart seiner auf 10nm basierten Technologie auf 2019 verschieben.

Diese Innovationsfähigkeit wird TSMC dabei helfen, die enormen Marktanteile unter den Auftragsfertigern auch in Zukunft zu verteidigen.  

Server-Chips als Wachstumstreiber

Schaut man sich die Umsatzentwicklung in 2018 in den einzelnen Segmenten an, so ist die Steigerung +61 Prozent im Computer-Segment auffällig.

Dies ist wohl vor allem auf den Großkunden AMD und die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für Server-Chips zurückzuführen.

Der Hintergrund ist, dass AMD mit seinen neuen kostengünstigeren Chips beginnt, Marktanteile von Intel am Server-Markt zu erobern.

Intel hat seine eigenen Chipsatz-Fabriken und ist daher bei der Herstellung seiner Chips nicht auf TSMC angewiesen.

AMD, das sich nur auf das Chipdesign konzentriert und keine Fabriken hat, verlässt sich jedoch stark auf TSMC, um seine Chips herzustellen.

Zudem wird AMD TSMC auch weiterhin bei der Entwicklung von Fertigungstechniken für komplexe Chipsatz-Strukturen unterstützen, um in Zukunft noch erfolgreicher mit Intel zu konkurrieren.

Fazit

TSMC ist in einer hervorragenden Position, um als Gewinner aus der erwarteten Krise der Halbleiterindustrie hervorzugehen.

Das nahezu schuldenfreie Unternehmen hat über $15 Milliarden Cash zur Verfügung und wird auch eine erwartete Abschwächung in 2019 mit mehr als auskömmlichen Margen gut überstehen.

Allerdings muss man in 2019 wohl auch bei TSMC von sinkenden Gewinnen ausgehen, die aktuellen Analystenschätzungen erscheinen uns als zu optimistisch.

Das Management hat jedoch im letzten Analystencall nochmals bestätigt, dass man mittelfristig nach wie vor mit einem Wachstum zwischen 5 Prozent und 10 Prozent p.a. ausgeht.

Nach dem schwächeren Jahr 2019 sollte also wieder eine Phase stärkeren Wachstums bevorstehen.

Wir bleiben mit dem Portfolio des DLF langfristig in TSMC investiert, auch wenn man damit rechnen muss, dass sich die TSMC Aktie wie andere Halbleiterunternehmen auch in den nächsten Monaten eher unterdurchschnittlich entwickelt.


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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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