Warum Arm die Holding des Harakiri-Investors Masayoshi Son interessant macht

9. Februar 2024

Vordergründig ist es erstaunlich, dass der Chip-Designer Arm bei einem geplanten Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar inzwischen auf einen Marktwert von 117 Milliarden Dollar kommt. Letzterer kam gestern mit einem Kursplus von fast 50 Prozent zustande. Eine hoffnungslose Übertreibung? Vielleicht. Aber das Unternehmen hat das geschafft, was wir im Herbst 2023 zum IPO als Gretchenfrage beschrieben haben: „Werden Arm-CPUs tatsächlich den Server-Markt erobern? Wird Arm hier deutlich höhere Royalty-Fees durchsetzen können?“

Die knappe Antwort lautet: ja. Arm wächst mit Wucht in den Server-Chip-Markt hinein. Das zeigen die Umsätze für die neue V9-Architektur, die von Anbietern wie Nvidia, Microsoft und Co. genutzt wird – und die bereit sind, doppelt so hohe Royalty-Fees zu zahlen. Inzwischen macht dieses Segment 15 Prozent der Arm-Umsätze aus. Anleger glauben der Story von Arm-CEO Rene Haas, dass hinter diesen Zahlen kein Hype, sondern ein fundamentaler Wandel steht und das Wachstum daher säkular ist. Das mag sein, aber auch die Optimisten sollten zur Kenntnis nehmen, dass ein guter Teil des Kurssprungs auf technische Faktoren zurückzuführen ist – Arm ist ein ziemlich marktenger Titel; der Free Float liegt nur bei zehn Prozent. Das bringt uns umstandslos zum Elefanten im Raum: Softbank. Inzwischen ist der 90-prozentige Anteil, den Softbank an Arm hält, mehr wert als die Mutter selbst. Den Rest bekommt man geschenkt. Softbank ist von einer Alibaba-Story zu einer AI-Story geworden.

Nicht geschenkt bekommt man die Meta-Aktie. Aber sie ist trotz der Rally noch immer attraktiv bewertet. AI wird den Werbemarkt verändern. Außerhalb von Retail-Media (Amazon, Walmart, Uber u.a.) nimmt die Konzentration wieder zu. Das ist zunächst gut für Meta und Alphabet. Beide sind heute schon AI-Powerhäuser. Allerdings hat Alphabet viel zu verlieren, Meta fast nur zu gewinnen (siehe meinen Artikel zu Meta). Für die zweite Reihe der Werbeplattformen wie Snap und Pinterest wird es schwieriger, wie die aktuellen Zahlen belegen. Zu hoch ist der Investitionsbedarf und zu gering die Umsätze, um eigenständig mit Meta und Alphabet Schritt halten zu können.

Autor

  • Baki Irmak

    Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

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