Meta-Aktie 2024 – Wie Zuck Elon Musk und Tim Cook das Fürchten lehrt

8. Februar 2024

Meta-Aktie

Mit einem Anstieg von 170 Prozent war die Meta-Aktie einer der Top-Performer 2023. Nach Vorlage der Zahlen geht die Rally weiter. Wir analysieren die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen und gehen der Frage nach, ob Meta nach der beeindruckenden Kursrally immer noch ein attraktives Investment ist.

Meta-Aktie 2024: Quartalszahlen bringen Kursschub

Nach Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal hat die Aktie der Facebook-Mutter über 20 Prozent an einem Tag zugelegt und kommt somit auf eine Performance seit Jahresstart von 36 Prozent.

Meta-Aktien Kursverlauf

Meta hat auch im vierten Quartal geliefert. Während der Umsatz in Q4 um 25 Prozent (immer gegenüber Vorjahresquartal) gestiegen ist, hat das Unternehmen im „Jahr der Effizienz“ die Kosten um 8 Prozent gesenkt. Der Gewinn ist mit plus 201 Prozent regelrecht explodiert

Der Free-Cashflow ist um 115 Prozent auf 15,6 Mrd. gestiegen. Auch die Entwicklung der Engagementzahlen DAU und MAU in Q4 können sich sehen lassen, beide fielen höher aus und auch besser als von Analysten erwartet. 

Die beeindruckende fundamentale Entwicklung setzt sich bisher fort. Die Guidance für Q1 lag weit über den Analystenerwartungen. Der Umsatz soll im ersten Quartal bei 34,5-37 Mrd. Dollar liegen. Die Erwartungen lagen bei unter 34 Mrd. Dollar. 

Ad Impressions sind um 31 Prozent gestiegen, die Preise pro Werbung um 6 Prozent.

Meta-Zahlen: positiv

Meta hat auch im vierten Quartal mit zahlreichen Angeboten die Nutzerzahlen gesteigert, die Interaktion mit den Kunden erhöht und die Monetarisierung des Engagements weiter vorangetrieben. Und das Umsatzwachstum soll sogar weiter anziehen und in Q1  bei bis zu 28 Prozent liegen. Exemplarisch kann man das bei Metas Short-Video-Format Reels sehen. Im vierten Quartal ist die Gesamtzahl der täglich konsumierten Stunden um 25 Prozent gestiegen. Lange wurden aber diese Kurzvideos nicht monetarisiert, der Effekt auf den Umsatz war sogar negativ, im dritten Quartal noch neutral. Seit dem vierten Quartal steuert Reels zum Umsatz bei. Einen entscheidenden Beitrag für besseres Targeting, höhere Renditen auf Marketingausgaben und somit mehr Werbeumsätze liefern Metas AI-basierte Empfehlungen und Auslieferungen von Werbeanzeigen wie z.B. mit Advantage+. 

Mark Zuckerberg unterstrich im Call seine Ambitionen, ein AI-Powerhouse zu werden. Bis Ende 2024 will Meta 350.000 Nvidia H100 und zusätzlich äquivalente GPUs in Höhe von 250.000 bereithalten, um die immensen Anforderungen an die Rechenleistungen für die neuen Dienste bereitzustellen. Eine tolle Nachricht auch für Nvidia und AMD-Aktionäre. Zugleich ist auch eine Anspielung auf neue Dienste, die Meta dieses Jahr vorstellen dürfte, oder wie Zuckerberg es ausdrückt, „another Reels-sized AI service that we expect to emerge“. Noch im laufenden Quartal will Meta mit Llama 3 einen Konkurrenten gegen Chat GPT-4 ins Rennen schicken, natürlich weiterhin basierend auf Open Source. 

Derzeit läuft es bei Meta. Ein Blick auf die Downloadzahlen zeigt, dass die Whatsapp-Nutzung weltweit anzieht, bei WhatsApp Business sich das Wachstum der Nutzerzahlen beschleunigt und dass Threads mittlerweile jede Woche mehr als doppelt so viele Downloads verzeichnet als X/Twitter (während Blue Sky weit abgeschlagen ist). 

An dem Erfolg möchte Meta die Aktionäre beteiligen. Mit der Bekanntgabe der Zahlen hat Meta ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 50 Mrd. Dollar angekündigt. Zudem ist Meta in den Club der Dividendenzahler aufgestiegen. Ab 2024 gibt es eine Dividende von 50 Cents pro Aktie.

Meta-Zahlen: negativ

Capex soll im Gesamtjahr 2024 auf 30-37 Mrd. Dollar steigen (von zuvor 30-35 Mrd. Dollar). Angesichts des Umsatzwachstums ist das vernachlässigbar. Das Thema China Outbound spielte im Call nur am Rande ein Thema. Werbeausgaben von chinesischen Firmen im Ausland machten 10 Prozent der Umsätze bei Meta aus. Das ist zwar ordentlich, aber auch hier ist die Abhängigkeit zu Temu, Shein & Co nicht so hoch. Zweidrittel der Werbeausgaben kommen von Firmen, die nicht zu den Top-10 gehören. Das größte Risiko für Meta ist wahrscheinlich Zuckerbergs Vorliebe für Käfigkämpfe. Im Jahresbericht ging das Unternehmen darauf explizit ein: „We currently depend on the continued services and performance of our key personnel, including Mark Zuckerberg. Mr. Zuckerberg and certain other members of management participate in various high-risk activities, such as combat sports, extreme sports…”. 

My Take zur Meta-Aktie

Mit Blick auf die Zahlen von Meta und insbesondere Threads Erfolg gegenüber Elon Musks X schrieb Bloomberg: „Elon’s cage fight with Zuckerberg just happened. He lost“. Mark Zuckerberg hat aber einen wichtigeren „Käfigkampf“ geführt, nämlich gegen Apples Tim Cook. Wir sind in einem Blogartikel im Januar 2021 auf den Streit eingegangen. Mit der Einführung der App Tracking Transparency hatte Tim Cook damals das Geschäftsmodell von Meta ernsthaft gefährdet. Zuckerbergs Kritik hatte er schroff pariert: “If a business is built on misleading users, on data exploitation, on choices that are no choices at all, it does not deserve our praise. It deserves scorn”. Ein Jahr später stagnierte der Umsatz von Meta, die Aktie notierte unter 100 Dollar, Zuckerberg taumelte, und manche Investoren waren der Meinung: Metas Geschäftsmodell sei kaputt. Sie sollten sich irren. Meta steht heute besser da als jemals zuvor. Die Aktie notiert mittlerweile bei über 450 Dollar. Das Geschäftsmodell ist deutlich ausgereifter, es ist breiter diversifiziert und es hat alles, was es braucht, um im Zeitalter von AI erfolgreich zu sein: AI-Talente, Daten und Rechenpower. Bald sollen für alle Metas Dienste Unternehmen und Endverbraucher mit AI-Assistenten unterstützt werden. Wenn der Nutzer von Whatsapp seinen AI-Assistenten das Essen bestellen, das Restaurant buchen, das Wetter checken lässt und ihn alles fragen kann, warum braucht er dann noch Google Search?

Trotz der unheimlichen Rally der Meta-Aktie ist das Unternehmen m.E. attraktiver bewertet als die anderen Mitglieder des Fanta-7-Clubs. Die EPS-Schätzungen für 2025 liegen nun bei 22. Wedbush kommt sogar auf einen Gewinn von 30 Dollar pro Aktie. Dann wäre Meta mit einem KGV von 15 bewertet. 

Wir sind weiterhin sehr optimistisch für den weiteren Kursverlauf und bleiben bei Meta hoch gewichtet.

Abonniere hier unseren kostenfreien Newsletter

Disclaimer

Die vorstehenden Darstellungen der Pyfore Capital GmbH stellen rechtlich eine Werbemitteilung dar und dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen insbesondere weder ein Angebot oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes noch einen Rat oder eine persönliche Empfehlung bezüglich des Haltens, des Erwerbs oder der Veräußerung eines Finanzinstruments dar. Die Pyfore Capital GmbH empfiehlt, sich vor Abschluss eines Geschäftes kunden- und produktgerecht und unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Vermögens- und Anlagesituation beraten zu lassen und Ihre Anlageentscheidung nicht allein auf diese Veröffentlichung zu stützen. Es wird empfohlen, sich von Angehörigen der steuerberatenden Berufe über die individuellen steuerlichen Folgen des Erwerbs, des Haltens oder der Veräußerung des in dieser Unterlage beschriebenen Finanzinstrumentes beraten zu lassen.
Bitte beachte die
rechtlichen Hinweise.

Links zu Texten, die von einem Dritten erstellt wurden, dienen lediglich unverbindlichen Informationszwecken.

Autor

  • Baki Irmak

    Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien bei BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.

Aktuelle Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Beiträge

Tags

Neuste Kommentare

Twitter

Instagram