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Zscaler Aktie – Die Zukunft der Netzwerk-Sicherheit ist in der Cloud

9. Oktober 2019

Zscaler Aktie - Logo auf blauem Hintergrund

IT-Netzwerkarchitekturen müssen sich wandeln: Die neue IT-Welt rund um Cloud-Services, mobilen Endgeräten und dem Internet der Dinge (IoT) kann auf den Netzwerkarchitekturen der Vergangenheit weder aufgebaut noch skaliert werden.

Bisher lagen Applikationen im eigenen Unternehmens-Netzwerk und wurden dort durch Firewalls und Security-Appliances geschützt. Doch immer mehr Anwendungen wandern aus dem eigenen Rechenzentrum zu den Cloud-Providern. Die Nutzer sitzen nicht mehr nur in den Büros ihrer Unternehmen, sondern wollen von überall auf der Welt und mit allen möglichen Endgeräten auf diese Anwendungen zugreifen.

Kurz gesagt: Das Internet wird längst auch als Unternehmensnetzwerk genutzt. Eine Netzwerksicherheits-Architektur,  die auf das eigene Rechenzentrum fokussiert, kann den Anforderungen rund ums digitale Business da nicht mehr genügen.


Wie kann man ein Netzwerk sichern, das man nicht kontrollieren kann?

Die Antwort auf diese Frage will Zscaler geben. Das in 2008 im Silicon Valley gegründete Unternehmen ist ein echter Disruptor in der Cyber-Security-Welt: Zscaler stellt eine globale Security-Cloud bereit mit einem eigenen Netzwerk, das über mehr als 150 Rechenzentren weltweit verteilt ist. Die Kunden leiten ihren gesamten Netzwerkverkehr zunächst zur Inspektion in das ZScaler-Netzwerk.

Anstatt den Datenverkehr von externen Mitarbeitern und Applikationen ins eigene Rechenzentrum zu leiten und dort mühsam mit eigener Hard- und Software zu inspizieren, gehen die Zscaler-Kunden also den umgekehrten Weg und nutzen die Inspektions-Server von ZScaler, die möglichst nahe am Standort der externen Mitarbeiter und Applikationen liegen. Die Security wird damit „outgesourced“, die Kosten und Komplexität herkömmlicher Netzwerksicherheit im eigenen Rechenzentrum werden reduziert – bei gleichzeitiger Steigerung der Netzwerk-Geschwindigkeit für den Enduser.

Es gibt von Zscaler zwei wesentliche Produkte:

  1. ZIA: “Zscaler Internet Access” stellt einen sicheren Zugriff auf das Internet aus dem Unternehmensnetzwerk bereit. Der Service ermöglicht Einblick in den Internet-Traffic für alle User, Geräte und Standorte und schützt die User vor schädlichen oder infizierten Webseiten.
  2. ZPA: Beim “Zscaler Private Access” geht es umgekehrt um den sicheren Zugriff auf interne Anwendungen aus dem Internet heraus. Bisherige Lösungen arbeiteten meist mit VPN’s. (Virtual Private Networks). Diese werden durch ZPA obsolet. Autorisierte User haben sicheren Zugriff auf ihre Anwendungen, ohne über das Unternehmens-Netzwerk zugreifen zu müssen, womit das Risiko reduziert wird.

Die Leistungsfähigkeit der Zscaler-Cloud ist beeindruckend. Auf der ZScaler Website kann man sich hier auch als Laie einen jederzeit aktuellen Eindruck über die Aktivität und Skalierbarkeit der Plattform verschaffen. Die Zahlen sind enorm: In Spitzenzeiten werden mehr als 70 Milliarden Transaktionen am Tag verarbeitet. Jede Sekunde werden mehr als 1.000 Bedrohungen erkannt. Und täglich werden 120.000 Sicherheit-Updates in der Zscaler-Plattform eingespielt.

SASE – Neues Buzzword oder Revolution der Netzwerksicherheit?

Die Tech-Analysten von Gartner haben nun auch einen neuen Begriff für ein solches Lösungsangebot zur Cloud-Security gefunden: SASE (gesprochen „sassy”) heißt das neue Zauberwort und steht für Secure Access Service Edge. Wer sich genauer für die Zukunft der Network-Security in der Cloud und den durch das IoT befeuerten Trend zum Edge Computing interessiert, der kann sich das interessante Gartner Whitepaper (nach Angabe einiger persönlichen Daten) zum Thema hier herunterladen: “The Future of Network Security Is in the Cloud”.

Die wichtigste Botschaft von Gartner in dieser Studie ist die weitreichende Prognose, dass die bestehenden Netzwerkmodelle in unseren Unternehmen obsolet werden und durch das SASE-Paradigma abgelöst werden.

Der Trend hin zu SASE bedeutet in der Praxis:

  • Bestehende Security-Appliances und Firewalls im eigenen Rechenzentrum werden überflüssig.
  • Die Nutzung eines hochspezialisierten Security-Providers, der Security-Dienste einfach konsumierbar macht, wird zunehmen. Der Service muss hochskalierbar sein, geringe Performanceeinbußen (Latenz) vorweisen und natürlich höchsten Sicherheitsansprüchen genügen.
  • Diese Service-Edge-Provider müssen ihre Rechenleistungen von einem weltweit breit verteilten Netzwerk aus bieten, um möglichst nahe an jedem Endpunkt verfügbar zu sein.

Die Größe des von Zscaler adressierbaren Marktes (TAM) wird vom Unternehmen mit über $20 Milliarden angegeben. Vor wenigen Wochen hat man zwei neue Produkte angekündigt, die den TAM zukünftig weiter vergrößern sollen. ZS B2B adressiert das Security Problem, wenn Konzerne ihre Netze für Lieferanten oder Händler öffnen. Und ZDX ist eine neue Application zum Monitoring des Netzwerkes.

Die breite Adaption von SASE könnte auch deswegen relativ zügig in Gang kommen, da Lösungen wie von Zscaler den Kunden auch dabei helfen, teures und knappes Personal im eigenen Rechenzentrum einzusparen und damit deutliche Kosteneinsparungen zu realisieren. Bisher gelingt es Unternehmen viel zu selten, alte IT-Lösungen wirklich abzuschalten. Zscaler könnte dafür ein geeigneter Katalysator sein.

Zscaler ist ein eigentümergeführtes Unternehmen

Der Zscaler-Gründer und heutige CEO Jay Chaudrey ist ein echter Visionär und Serial Entrepreneur in der Security-Industrie. Er hat vieles von dem was Gartner heute als die Zukunft beschreibt schon seit Jahren mit der Zscaler-Cloud umgesetzt.

Jay ist in einem Dorf im Himalaya ohne Elektrizität und fließendem Wasser aufgewachsen und kam 1980 zum Studium in die USA. Schon vor der Gründung von Zscaler hatte Jay bereits 4 andere Cyber-Security-Firmen gegründet und früh verkauft. Er finanzierte Zscaler mit den Erlösen weitgehend alleine, so dass ihm und seiner Familie auch heute nach dem IPO noch 45 Prozent an Zscaler gehören.

Erfolgreiche Internationalisierung

Bereits heute ist Zscaler für über 3.900 Kunden im Einsatz. Zscaler ist sogar bei konservativen deutschen Konzernen wie Siemens und MAN mit seinem disruptiven Ansatz bereits so erfolgreich, dass sie bereitwillig als aktive Referenzkunden in Ton und Bild dienen.

Weniger als 50 Prozent des Umsatzes kommt aus den USA. Damit ist Zscaler international viel erfolgreicher als die meisten anderen Unternehmen seiner Größenordnung.

Zscaler Aktie – Die Geschäftszahlen

Im Ende Juli 2019 beendeten FY19 konnte Zscaler seinen Umsatz um 59 Prozent auf $303 Millionen steigern. Das Tempo des Umsatzwachstums konnte damit gegenüber den beiden Vorjahren sogar noch etwas gesteigert werden.

Zscaler jährlicher und quartalsweise Umsatz Zahlen
Zscaler: Umsatzwachstum von über 50 Prozent.

Allerdings schwächelten die Billings zuletzt etwas. Das Wachstum dieser für SaaS-Firmen besonders wichtigen Kennzahl betrug im Gesamtjahr FY19 zwar noch 51 Prozent, aber im Q4 FY19 nur noch 32 Prozent.

Zscaler erwirtschaftet – wie für einen Cloud-Software-Anbieter typisch –  hochattraktive Bruttomargen von zuletzt 81 Prozent. Unterm Strich steht zwar noch ein Verlust, aber die operative Marge (+8 Prozent) und die Free Cashflow Marge (+10 Prozent) waren im FY2019 erstmals deutlich positiv.

Die Rule-of-40 ist angesichts eines Efficiency Scores von 69 Prozent für das FY19 deutlich übererfüllt und deutet auf ein sehr effizientes Wachstum des Unternehmens hin.

Zscaler Aktie - Entwicklung der Profitabilität von FY16 bis FY19
Zscaler: Deutliche Fortschritte bei der Profitabilität.

Der Absturz der Zscaler Aktie

Wir hatten Zscaler schon seit dem IPO im März 2018 mit Interesse beobachtet. Der Kurs kannte bis vor wenigen Wochen eigentlich nur eine Richtung und war von der allgemeinen Euphorie um Cloud-Softwarein schwindelerregende Höhen getragen. Uns war das Unternehmen bisher immer zu teuer. Dann stürzte der Kurs der Zscaler Aktie im 3. Quartal 2019 um fast 50 Prozent ab.

Der Grund war neben der allgemein scharfen Kurskorrektur bei hoch bewerteten Cloud-Aktien die Schwäche bei den Q4 Billings und eine vorsichtige Guidance des Unternehmens, die für das bis zum 31.07.2020 laufende Geschäftsjahr nur noch ein Wachstum von 32 Prozent vorsieht. Und das wäre tatsächlich eine deutliche Verlangsamung des Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Wir gehen jedoch davon aus, dass Zscaler seine eigene Guidance deutlich übertreffen, im Laufe des Geschäftsjahres nach oben korrigieren und weiterhin mindestens 40 Prozent wachsen wird. Zu Beginn des Vorjahres hatte man übrigens ein Wachstum von 34 Prozent avisiert und nach mehreren Prognose-Erhöhungen ist man letztendlich bei +59 Prozent gelandet.

Entwicklung der Zscaler Aktie in 2019
Zscaler Aktie: Zuletzt mit einem Absturz von fast 50 Prozent.

Das (Forward) EV/Sales-Verhältnis ist in den letzten Monaten von 35 auf unter 15 gefallen. Das ist immer noch ein Premium-Preis, aber ein Enterprise Value von aktuell circa $6 Milliarden erscheint nun vertretbar für ein Unternehmen mit $400 Millionen Billings, das unserer Meinung nach die Chance hat, noch längere Zeit um mehr als 40 Prozent p.a. zu wachsen.

Zscaler verfügt mit seinen über 150 Rechenzentren über einen tiefen „Burggraben”, denn die Markteintrittsbarrieren im SASE-Markt sind doch ganz erheblich und Zscaler hat den klaren Vorteil des First Movers.

Coopetition mit Microsoft, AWS und Google Cloud

Es ist zu erwarten, dass die großen Cloud-Provider AWS, Microsoft und Google im Laufe der Zeit versuchen werden, die SASE-Services als Teil des eigenen IaaS-Stacks anzubieten. Zscaler und Microsoft sind heute durch eine enge Partnerschaft verbunden. Es ist kein Geheimnis, dass circa 25 Prozent des kompletten Netz-Traffics von Zscaler durch MS Office 365 verursacht wird. Zudem ist Zscaler für AWS auf deren hauseigenen AWS Marketplace genauso verfügbar wie als Security-Partner der Google Cloud Plattform.

Zscaler befindet sich zumindest in einer gewissen Abhängigkeit von Microsoft. Und kommt auch als Übernahmeziel durch einen der großen Cloud-Provider in Frage. Allerdings müsste eine solche Übernahme nach heutigem Stand zu einem wahrlich strategischen Preis erfolgen, der wohl deutlich über dem aktuellen Aktienkurs liegen dürfte.

Zscaler Aktie – Fazit

Wir sehen zu Kursen um 50$ nun erstmals einen vernünftigen Einstiegspreis. Und haben eine erste Position der Zscaler Aktie ins Portfolio des DLF aufgenommen.

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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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4 Antworten

  1. Sehr schöner Artikel!

    Interessant wären natürlich noch die Konkurrenzunternehmen zu erwähnen. Oder gibt es dort keine? Sind Crowdstrike, Cyberark und die anderen Cybersecurity-Unternehmen nicht auf einem ähnlich Gebiet tätig oder bieten die komplett andere Produkte an?

    Bezüglich eines weiteren Vergleichs: Es wäre vielleicht interessant einen Artikel über Big Data Analyse Konzerne: Alteryx vs. Datadog vs. Splunk vs. (Tableau Software – aufgekauft) zu schreiben.

    Viele Grüße
    Thomas

    1. Vielen Dank für das positive Feedback und die Anregungen für (mindestens) zwei Folgebeiträge. Glücklicherweise gehen uns die spannenden Themen nicht aus. Bitte einfach unseren Newsletter abonnieren, dann verpasst Du garantiert nix. 😉 Stefan

  2. Vielen Dank für einen mal wieder tollen und sehr informativen Artikel. Ich war schon drauf und dran euch nach eurer Meinung zu Zscaler zu fragen. Ich freue mich schon auf die nächsten Artikel.

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