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Green Dot Aktie – Das etwas andere Payment Unternehmen

26. September 2018

Green Dot Aktie investieren - Apple Pay Cash Card auf Handy

In unserer Serie über den globalen Payment-Markt hatten wir in den vergangenen Wochen zunächst einen Marktüberblick gegeben und dann unsere Skepsis gegenüber der Wirecard Aktie bekundet.

Mit Mastercard und Paypal (unser Artikel zur PayPal Aktie) aus der westlichen Welt sowie Alibaba und Tencent aus der östlichen Hemisphäre haben wir bereits vier Profiteure der Digitalisierung des Payment-Marktes im Portfolio des DLF.

Auch von Square und Adyen sind wir überzeugt was die weitere wirtschaftliche Entwicklung angeht. Beide Unternehmen werden eine große Rolle spielen bei der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und weiterhin Mehrwerte für ihre Kunden schaffen.

Aber für ein gutes Investment reicht das nicht, da muss auch eine Bewertung der Aktie hinzukommen, die für die Zukunft bei positiver Unternehmensentwicklung weitere Kursgewinne wahrscheinlich werden lässt. Leider ist die Bewertung dieser Paymentaktien der Realität zwei bis drei Jahre vorausgelaufen.

Dennoch haben wir einen weiteren Profiteur des Payment-Wandels ins Portfolio des DLF aufgenommen, den wir Euch heute vorstellen wollen: Die Green Dot Aktie.

Der US-Player ist im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannt, obwohl Green Dot immerhin eine Marktkapitalisierung von über $4,5 Milliarden auf die Waage bringt.

 

Green Dot Aktie – Die Historie

Green Dot wurde in 1999 von Steve Streit gegründet, der das Unternehmen noch heute als CEO führt.

Nach dem IPO in 2010 zu einem Wert von anfänglich $2 Milliarden mussten die Aktionäre der Green Dot Aktie durch ein tiefes Tal mit immer niedrigeren Aktienkursen gehen.

Da das Wachstum enttäuschte, verlor das Unternehmen zunächst über 75 Prozent gegenüber dem IPO-Preis.

Erst seit 2016 hat der Kurs gedreht, die Green Dot Aktie hat seitdem um über 300 Prozent gewonnen. Und zwar aus gutem Grund!

Green Dot Aktie investieren - Chartverlauf von Green Dot seit IPO in 2010
Wie Phönix aus der Asche: Nach 75 Prozent Verlust kletterte die Green Dot Aktie in den letzten zwei Jahren über 300 Prozent nach oben. (Chart: Finanztreff)

 

Die ersten 10 Jahre bei Green Dot

Green Dot ist ursprünglich aus der Idee heraus entstanden, die Karten von Visa und Mastercard denjenigen US-Bürgern zugänglich zu machen, die vom etablierten Bankensystem ausgegrenzt wurden, weil sie als nicht kreditwürdig gelten.

Green Dot gilt als Erfinder der Prepaid-Karten und verkaufte seine Debit-Plastikkarten seit 2000 mit großem Erfolg in Supermärkten, Tankstellen und Drogerien.

Bereits in 2004 hat das Unternehmen sich geöffnet und auch anderen Prepaid-Karten (also den eigenen Wettbewerbern) die Nutzung einer damals innovativen Funktionalität ermöglicht mit der eine Prepaid-Karte wiederaufladbar wurde – natürlich gegen Entrichtung einer Gebühr an Green Dot.

Das „Green Dot Network“ war geboren und wurde bereits zum IPO in 2010 von über 100 Wettbewerbern genutzt.

Eine tolle Börsenstory, welche die damals wohl etwas zu ambitionierte Bewertung ermöglichte.

 

GoBank – Die erste Mobile Bank der USA

In 2013 entwickelte das Unternehmen eine weitere große Innovation.

Das „GoBank“ Konto war das erste Bank-Konto in den USA, das komplett für die Kontoeröffnung und Nutzung via Smartphone konzipiert wurde.

Also sehr ähnlich wie der in Europa erfolgreiche Ansatz von N26, die übrigens (Zufall oder nicht?) ebenfalls in 2013 begonnen haben.

Green Dot Aktie investieren - Mobiles Banking einfach mit dem Handy
Green Dot Aktie: Mit GoBank entwickelte das Unternehmen die erste mobile Bank der USA

 

BaaS heißt das Zauberwort

Seit 2016 wandelt sich Green Dot von der Karten-Company zu einer digitalen “Banking as a Service“ (BaaS) Plattform. Anderen Banken und großen Unternehmenskunden bietet man den unkomplizierten und risikoarmen Eintritt in den Mobile Banking Markt mit eigenen Debitkarten und den zugehörigen Konten an.

Uber war der erste Kunde, der die Green Dot Plattform nutzt, um seine Fahrer durch Überweisung auf die eigene Uber Debit Card zu bezahlen.

Ende 2017 wurde bekannt, dass sogar Apple für seinen Apple Pay Cash Service die Plattform von Green Dot nutzt. Die Nutzer von iMessages können sich damit z.B. untereinander Geld senden.

Der in USA führende Steuersoftware-Hersteller Intuit hat gemeinsam mit Green Dot ebenfalls eigene Debitkarten ausgegeben, welche 2018 erstmals anstelle eines Girokontos eingesetzt werden konnte, um die Steuerrückerstattung der US-Finanzbehörden entgegen zu nehmen.

Dieser Re-Positionierung als offenes Plattformunternehmen ist es zu verdanken, dass sich das Wachstum bei Green Dot seit 2017 wieder deutlich beschleunigt hat.

Der Umsatz ist in 2017 – allerdings auch akquisitionsbedingt – um 24 Prozent gewachsen auf $890 Millionen nach zumeist nur einstelligem Wachstum in den Vorjahren.

Das organische Wachstum betrug zuletzt 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sollte sich in den nächsten Quartalen noch etwas weiter beschleunigen.

 

Ein profitables Plattformunternehmen

Die Gross-Margins liegen seit vielen Jahren über 80 Prozent.

Auch unterm Strich verdient das Unternehmen gutes Geld mit operativen Margen von etwas mehr als 10 Prozent.

Noch wichtiger ist uns die Entwicklung des Free Cashflows, der sich in 2017 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat auf $174 Millionen.

Die Free Cashflow-Marge liegt damit bei circa 20 Prozent.

Auch der Gewinn pro Aktie hat sich in 2017 verdoppelt auf 1,61$ und wird in 2018 wohl weiter deutlich steigen in Richtung 3$ pro Aktie.

Die Green Dot Aktie ist allerdings bei Kursen um 87$ und einem KGV von circa 30 auch kein Schnäppchen mehr nach dem 300 Prozent Anstieg in den vergangenen beiden Jahren.

 

Green Dot Aktie – Fazit

Jetzt wird es darauf ankommen, ob die Neupositionierung von Green Dot als Banking as a Service Plattform weiterhin so gut vorankommt.

Der bisherige Gewinn von renommierten Kunden wie Walmart, Uber, Intuit und Apple ist jedenfalls sehr vielversprechend.

Green Dot kann mit seiner BaaS-Plattform den Enterprise Kunden und Tech-Riesen sehr schnell und ohne großes Risiko den Einstieg in das Mobile Banking ermöglichen.

Das ist ein sehr überzeugender Mehrwert, der auf großes Interesse stoßen dürfte.

Allerdings gibt es noch viel zu tun auf der Marketing-Seite dieses Angebotes. Dieses wird bisher noch gar nicht aktiv vermarktet. Sollte das überzeugend gelingen, dann könnte Green Dot mit seiner BaaS Plattform schnell in die ambitionierte Bewertung hinein- und darüber hinauswachsen.

Ich sehe Green Dot zudem als ein begehrtes Übernahmeziel.

Und zwar nicht nur für eine Bank, die digital aufrüsten muss, sondern noch mehr für Apple oder einen der anderen Tech-Riesen. Facebook zum Beispiel könnte seiner riesigen WhatsApp-Kundenbasis mit Green Dot einen enormen Mehrwert bieten und damit schneller zu der überlegenen Funktionalität von Alipay oder Tencents WeChat Pay aufschließen.

Für das Portfolio des DLF haben wir eine vorsichtige Anfangsposition der Green Dot Aktie erworben und werden in den nächsten Quartalen ganz genau beobachten wie sich das Plattformgeschäft weiterentwickelt.

Abonniere jetzt unseren Newsletter (Klick), um über unser Investment in Green Dot informiert zu bleiben und keine Investment-Trends in der digitalen Welt mehr zu verpassen.


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Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser

Stefan Waldhauser war in seinem gesamten Berufsleben in der High-Tech-Industrie tätig. Er hat sein eigenes Software-Unternehmen gegründet, internationalisiert und vor einigen Jahren ins Silicon Valley verkauft. Der Wirtschaftsmathematiker investiert seit 30 Jahren erfolgreich in Aktien und ist Co-Founder des Digital Leaders Fund.

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9 Antworten

  1. Schöne Zahlen guter Ausblick. Nachdem ich mich nun etwas mehr eingelesen habe bin ich der Meinung, dass dieses Modell ohnehin nur so erfolgreich in de USA sein kann. Offenbar hat dort ein sehr signifikanter Anteil der “prekär” Beschäftigten kein Bankkonto. Dies scheint ein Eckpfeiler im Geschäftsmodell von GDOT zu sein. Ein bisschen unmoralisch ist die Gebührenstruktur ja schon, aber es funktioniert und was ist schon moralisch heutzutage. Ich freue mich über die Entwicklung. Off-Topic: Nutanix ist meines Erachtens aktuell günstig und relativ unbeachtet, vor allem angesichts der Tatsache der anstehenden Produktneuheiten (vorne weg: Xi). Die Q-Zahlen nebst Ausblick Ende November könnten eine Katalysator sein um alte Höhen zu erklimmen.

    1. Ja die Q3-Zahlen von Green Dot sind sehr gut und eigentlich einen eigenen Beitrag hier im Blog wert. Ich denke für das Geschäftsmodell von Green Dot ist zukünftig die erfolgreiche Vermarktung der BaaS-Plattform (Banking as a Service) noch wichtiger als die Debit-Karten. Und da werden immer neue interessante Partnerschafte bekannt: Paypal-Kunden können nun bei Walmart Bargeld abheben und einzahlen auf ihr Paypal-Konto. Und dahinter steckt: die BaaS made by Green Dot!

      Zu Nutanix in Kürze mehr… wir warten auch gespannt auf die Zahlen.

      1. Ja aber auch das paypal feature kostet richtig Geld, weshalb ich mich frage warum es so gut funktioniert. Stolze $3 pro Abhebung oder Einzahlung (siehe link). Sowas würde in Deutschland nie funktionieren, wo man mittlerweile in vielen Supermärkten umsonst an Geld kommt. Hier hat halt fast jeder ein Bankkonto und braucht nicht den Umweg über paypal&Co. Aber wie gesagt es scheint zu funktionieren und die USA sind nicht Deutschland.

        https://www.paypal.com/us/webapps/mpp/walmart-debit-card

        Oder hast Du Beispiele wo Greendot gutes Geld verdient (BaaS-Partnerschaften) ohne krasse Gebühren für die Endkunden?

  2. Profitiert Green Dot auch wenn demnächst Apple Pay in Deutschland startet? Oder wird das dann komplett über einen hiesigen Dienstleister Wirecard, N26 etc. abgewickelt? In anderen Worten…Ist Green Dot ein reiner USA play?

    1. Derzeit ist Green Dot ein reinrassiges US-Play, die haben m.E. in Deutschland gar keine Banklizenz. Aber das Banking as a Service Angebot ist ja wie gesagt erst im Aufbau begriffen. Was da in den nächsten Jahren passiert – auch bzgl. einer möglichen Internationalisierung – ist reine Spekulation. Ich denke aber nicht, dass das auf der Prioritätenliste des Managements ganz weit oben steht, da der US-Markt noch so (fast) unendlich viel Potential bietet.

  3. Hallo Stefan,

    kommt für dich auch der Kauf der Aktie für das Wikifolio in Betracht? Außerdem wollte ich fragen, ob du ein Artikel/ Update zu der Investmentstory hinter Gruppo Mutui Online hast?
    VG,
    John

    1. Hi John,
      ja die Green Dot Aktie ist auch mit einem kleinen Anteil in meinem wikifolio vertreten.
      Zu Gruppo Mutui Online hatten wir tatsächlich bisher noch keine Investmentstory hier im Blog. Das müssen wir bei Gelegenheit tatsächlich mal nachholen. Es gibt halt so viele interessante Themen…
      VG Stefan

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