MasterCard – Die Kunst immer zu gewinnen

7. Februar 2020

MasterCard Aktie - Priceless mit Hintergrund in MasterCard Farben rot und orange

Die MasterCard Aktie ist seit dem Start eine feste Größe im Portfolio von The Digital Leaders Fund. In unserem Porträt „MasterCard – The Undisruptable“ vom Oktober 2018 hatten wir dargestellt, warum MasterCard nicht von dem Digitalisierungs-Tsunami weggerissen wird, sondern diese Welle perfekt reitet.

Knapp zwei Jahre später hat sich das Bild weiter verstärkt. Google, Amazon und Apple haben ihren Payment-Siegeszug fortgesetzt, E-Commerce verdrängt unaufhaltsam stationäres Geschäft und Bargeld wirkt immer mehr wie ein Relikt aus alten Tagen. Einer der großen Gewinner: MasterCard.

Die massive Aktivierung von Kreditkarten durch Apple Pay weltweit, der Erfolg der Neo-Banken wie N26 und Revolut, der Durchmarsch digitaler Brieftaschen wie Venmo und Cash App von Square, die Zunahme digitaler Transaktionen mit Hilfe von Unternehmen wie Adyen, die Nutzung von mehr Prepaid auch durch die Gig-Economy, mehr Tokenisierung, mehr Echtzeitzahlungen, mehr Contactless, mehr Rechnungen über digitale Kanäle… MasterCard ist bei all diesen Entwicklungen immer mit dabei.

Operative Marge bei nun 57 Prozent

In Zahlen ausgedrückt stellt sich der Erfolg wie folgt dar:

Im vierten Quartal 2019 hat MasterCard den Umsatz um 16 Prozent und den Nettogewinn (Non-GAAP) sogar um 23 Prozent steigern können. Die operative Marge konnte auf über 54 Prozent gesteigert werden.

MasterCard Aktie - Übersicht der Ergebnisse zum Q4 2019
Übersicht der Ergebnisse von MasterCard zum Q4 2019.
MasterCard Übersicht der Ergebnisse zum Gesamtjahr 2019
Übersicht der Ergebnisse von MasterCard im Gesamtjahr 2019.

Für das Gesamtjahr 2019 bedeutetet das einen Umsatz von 16,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 13 Prozent. 57 Prozent davon bleibt als operativer Gewinn hängen. In dieser Höhe und Konstanz kann da nur Visa mithalten.

Woher kommt der Gewinn?

Das Geschäft mit Kredit- und Debitkarten (Domestic Assesments + Cross-Border Volume Fees) macht mittlerweile nur 50 Prozent der Erträge aus. MasterCard ist eben mehr als nur ein Kreditkartenunternehmen. Die Abwicklung von Zahlungstransaktionen und Zusatzservices rund um Payments, darunter auch Consulting, wachsen aktuell noch schneller, siehe Graphik unten.

MasterCard Übersicht Umsatz in Q4 2019
MasterCard Umsatz in Q4 2019 nach Geschäftsbereich im Vergleich zu Q4 2018.

Mit über 1,2 Milliarden Dollar Umsatz in „Other Revenues“ ist MasterCard vermutlich das größte Beratungshaus für Payments weltweit.

Der Erfolg von MasterCard ist den Investoren nicht entgangen. Allein seit dem Start unseres Fonds am 15. März 2018 hat die MasterCard Aktie über 80 Prozent zulegen können, noch besser als Visa und deutlich besser als die breiten Märkte.

Entwicklung der MasterCard Aktie im Vergleich zu Visa S&P500 und Nasdaq
Entwicklung der MasterCard Aktie im Vergleich zu Visa, S&P500 und Nasdaq Composite.

From Single-rail to Multi-rail-Network

Die eigentliche Konkurrenz von MasterCard ist nicht Visa, sondern das Bargeld und nationale Karten-Schemes wie Girocard (Deutschland), Cartes Bancaires (Frankreich), ELO (Brasilien) sowie nationale Zahlungssysteme und Gironetze (ACH) siehe Graphik unten. Im letzten MasterCard Investment Community Meeting im September 2019 ist man ausführlich auf dieses Thema eingegangen.

Länder und Regionen investieren massiv in ihre jeweilige Paymentinfrastruktur, um Zahlungen in Echtzeit von Konto zu Konto zu ermöglichen, sie sicherer zu machen, Bargeld zu ersetzen und um immer mehr Menschen ins Zahlungssystem zu integrieren.

Das Transaktionsvolumen in diesem Markt ist etwa fünfmal so groß als das über Kreditkarten, weil fast alle B2B-Payments und auch Zahlungen zwischen Business und Governments über diese Kanäle gehen, oft noch mit einer Laufzeit von mehreren Tagen.

Übersicht der Marktpotentiale für MasterCard

Welche Rolle spielt dabei MasterCard? Durch die Übernahme von VocaLink 2016 ist MasterCard gut positioniert, um bei der Modernisierung der lokalen Zahlungsinfrastruktur weltweit für Sofortzahlungen entscheidend mitzuwirken. Mit VocaLink betreibt es das britische Zahlungsverkehrssystem. Über 90 Prozent der britischen Gehälter und 70 Prozent der Haushaltszahlungen laufen über das System.

In den letzten zwei Jahren konnte MasterCard 11 der 50 größten (nach GDP) Märkte gewinnen, um die Paymentinfrastruktur für Sofortzahlungen aufzubauen, darunter Skandinavien, Peru, Philippinen, Thailand und Saudi-Arabien. In allen anderen Regionen, wo diese Investitionen gerade getätigt werden bietet MasterCard mit Partnerunternehmen Paymentlösungen und Services an und baut hier durch gezielte Investitionen wie z.B. die Übernahme des Konto-zu-Konto-Geschäftes des dänischen Anbieters Nets das Angebot weiter aus.

Weltkarte mit Einfluss Gebieten von ACH und MasterCard

Neben Karte und ACH investiert MasterCard auch in Blockchain-Lösungen und möchte sich so als führender Anbieter für alle Infrastrukturen, für Applikationen und Services unabdingbar machen. Wir werden mit Spannung darauf schauen, wie stark sich das Geschäft weiterentwickelt.

Auch wenn zunehmender Nationalismus ein Risiko für ein Unternehmen wie MasterCard ist, gelingt es dem Unternehmen erstaunlich gut, in den unterschiedlichen nationalen Payment-Strategien mitzuwirken. Mit dem kürzlich abgeschlossenen Phase-1-Vertrag zwischen USA und China erhält MasterCard sogar Zugang zum größten Online-Payment-Markt der Welt.

MasterCard Aktie – Premiumpreis für eine Premiumaktie

Nach der Kursrallye von knapp 60 Prozent in 2019 und bereits 10 Prozent in diesem Jahr liegt das KGV (Forward) bei 36. Das ist höher als im historischen Durchschnitt.

Das Umsatzwachstum in den letzten Jahren lag bei 13-15 Prozent, die Free-Cash-Flow-Marge bei über 40 Prozent. Damit kommt MasterCard auf einen Effizienzscore (gemäß der Rule-of-40) von über 55 Prozent. Nur wenige Unternehmen dieser Größenordnung erreichen solche Effizienzwerte.

Angesichts einer nahezu unheimlichen Marktmacht und einem Gewinnwachstum von circa 25 Prozent in den letzten Jahren halten wir die Bewertung der MasterCard Aktie für sportlich aber nicht überreizt.

MasterCard wird weiterhin ein Basisinvestment im Portfolio von The Digital Leaders Fund bleiben. Wenn Du keine Neuigkeiten zu MasterCard verpassen willst, dann solltest Du hier unseren Newsletter – natürlich kostenlos – bestellen.


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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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3 Antworten

  1. Hallo Herr Irmak,
    würden Sie aktuell eigentlich eher Mastercard oder Visa kaufen? Moat und globale Infrastruktur von Visa dürften doch ähnlich groß bzw. stark sein wie bei Ihrem Investment Mastercard, was sich ja auch in einer ähnlich hohen Gewinnspanne (54%) ausdrückt. Und Visa sieht hinsichtlich KGV ja deutlich günstiger bewertet aus. Oder bewerten Sie Agilität, Technologieaffinität, Managment, etc. so, dass Sie Mastercard für die digitale Welt deutlich besser aufgestellt sehen? Ihre Meinung würde mich interessieren. Vielen Dank!

  2. Hallo Herr Irmak,
    Da haben Sie das Unternehmen Mastercard sehr gelobt und die phantastischen Zahle sehr gut präsentiert.
    Wie passt aber dann eine Dividende von 0,40 USD zu diesen hervorragenden Geschäftszahlen dazu?
    Wenn ich mir dann die Dividende von zum Beispiel Altria Group ansehe, dann komme ich auf eine Dividendenrendite die wirklich sehr viel besser aussieht.
    Dividenden als eigentliche Ziel von Aktionären oder als Auslaufmodel?
    Könnten Sie mal in einem Ihrer zukünftigen Blogs zu diesem Thema etwas schreiben?
    Danke

    1. Hallo Herr Lilienthal, Aktien haben im Idealfall eine Substanz- und eine Ertragskomponente. Kursgewinne und Ausschüttungen. Wir setzen auf Kursgewinne. Wir managen keinen Dividendenfonds. Solange ein Unternehmen das Geld in mehr Wachstum investieren kann, ist mir das lieber als Dividenden. MasterCard hat jetzt 9 Jahre in Folge die Dividende erhöht, aber die Kursgewinne haben die Anleger sicher glücklicher gemacht. Dividenden sind gut, wenn Anleger wie z.B. Stiftungen regelmäßige Ausschüttungen brauchen. Ich persönliche präferiere Unternehmen, die wachsen und in Wachstum investieren.

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