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MasterCard Aktie – The undisruptable

5. Oktober 2018

MasterCard Aktie - Drache und Burg

Wir haben in unserem ersten Beitrag der Paymentreihe das atemberaubende Wachstum des Payment Marktes vorgestellt und erklärt, warum trotz massiven Wettbewerbs und zunehmender Regulierung zwei Unternehmen unbeirrt wachsen und immer profitabler werden: Visa und MasterCard.

Heute möchte ich unseren Portfoliowert MasterCard und die MasterCard Aktie näher vorstellen.

 

MasterCard – Die Historie

Die Ursprünge von MasterCard gehen zurück auf die Interbank Card Association, die 1966 von kalifornischen Banken gegründet wurde als Antwort auf Bank of Americas Visa (damals BankAmericard).

Das Netzwerk wurde zügig auch international erweitert und kümmerte sich damals schon um übergreifende Aufgaben wie Autorisierung, Abwicklung, Sicherheit, der Festlegung von Standards und auch der Vermarktung der Kreditkarte.

Das Kreditkartenschema mit den beteiligten Parteien hat bis heute Bestand, nur die zugrundeliegende Technologie wurde stets erweitert.

Den Bankern war damals schon klar, dass man möglichst viele Banken (für das Issuing, also der Herausgabe von Kreditkarten bzw. für die Gewinnung von Endkunden) und möglichst viele Händler (für die Akzeptanz) gewinnen musste, um ein dauerhaft lukratives Geschäft aufzubauen.

Wenn also die Welt dieser Tage immer mehr über Plattformen und Netzwerkeffekte redet, dann waren MasterCard und Visa schon lange ihrer Zeit voraus.

Denn beide Unternehmen “plattformen” schon seit über 60 Jahren.

Wenige Unternehmen waren so gut vorbereitet für das Internet, die mobilen Endgeräte und das Metcalfe’sche Gesetz wie diese beiden.

 

MasterCard Aktie: Die Erfolgsstory nach dem IPO

MasterCard wurde mit dem Börsengang 2006 aus dem kollektiven Besitz von Banken in die Unabhängigkeit entlassen.

Der Initialpreis der MasterCard Aktie betrug damals 3,90 USD (eigentlich 39 USD, doch 2014 gab es einen 10 zu 1 Aktiensplit) und somit ein Börsenwert von circa 5 Milliarden USD.

Heute ist das Unternehmen 230 Milliarden USD wert.

Eine Zeichnung von MasterCard-Aktien war sogar gewinnbringender als zwei Jahre zuvor in Google investiert zu haben (46-fache Kursexplosion bei Mastercard gegenüber 31-facher bei Google seit dem jeweiligen IPO).

In der gleichen Zeit hat das Unternehmen den Umsatz um Faktor 4 und den Gewinn um Faktor 17 steigern können.

Der enorme Anstieg seit IPO zeigt sich auch im Chart der MasterCard Aktie seit 2006:

MasterCard Aktie Chartverlauf seit Börsengang
MasterCard Aktie: Eine Zeichnung der Aktie war gewinnbringender als ein Investment in Google zwei Jahre zuvor. (Chart: Finanztreff.de)

 

MasterCard und Visa verdienen immer dann Geld, wenn Zahlungen über Kreditkarten erfolgen (präziser wäre es von Bezahlkarten zu sprechen, da auch Debit- und Prepaidkarten dazu gehören).

Zinsänderungsrisiken und Bonitätsrisiken spielen für das Unternehmen keine Rolle (im Unterschied zu Banken und auch American Express).

Das Unternehmen hat ein maximal skalierbares Geschäftsmodell und benötigt als global Player nur circa 17.000 Mitarbeiter.

Zum Vergleich: der IT-Dienstleister und Digitalisierungsgewinner Accenture hat 460.000 Mitarbeiter.

Und da die Kosten überschaubar sind, erwirtschaftet das Unternehmen eine operative Marge von über 55 Prozent.

40 Prozent des Umsatzes können so als frei werdender Cash-flow investiert oder an die Aktionäre zurückgegeben werden.

In den vergangenen Jahren immer mehr in Form des Rückkaufs von MasterCard Aktien.

Mit einem KGV von circa 40 (bezogen auf die Gewinne 2018) ist das Unternehmen natürlich alles andere als preiswert.

Doch der größte Konkurrent ist nach eigenen Angaben immer noch Bargeld. Kann man sich ein besseres Umfeld wünschen?

 

Warum werden MasterCard und Visa nicht disrupted?

Unweigerlich zwingt sich die Frage auf: Wie kann es sein, dass Finanzdienstleister und die “alten” Technologieunternehmen (IBM, Oracle etc.) in den letzten Jahren massiv verdrängt wurden, aber ausgerechnet nicht die zwei Unternehmen, die eine Mixtur aus beiden sind.

Die Antwortet lautet: Moat and Wall.

Warren Buffet hat den Terminus economic moat (“wirtschaftlicher Wallgraben”) geprägt.

Der Wallgraben von MasterCard ist die schier unglaubliche Anzahl von über 47 Millionen Unternehmen weltweit, die die Karte als Bezahlmedium akzeptieren (Nilson Report).

MasterCard ist in 210 Ländern akzeptiert, das ist eine größere regionale Durchdringung als Coca Cola es vorweisen kann.

MasterCard Aktie MasterCard in jeder Geldbörse vertreten
Das spricht für die MasterCard Aktie: Das Unternehmen hat eine größere regionale Durchdringung als Coca Cola und ist in so gut wie jeder Brieftasche vertreten.

 

Die Verteidigungsmauer von MasterCard ist das Issuing.

Eine Armada von Finanzinstituten weltweit kümmert sich um die Gewinnung von Endkunden und alle verdienen kräftig mit.

Dazu ein komplexes Netzwerk an Regeln und Standards, die von den Kartenunternehmen kontrolliert werden.

Um MasterCard zu disrupten, muss ein Challenger beide Verteidigungslinien nehmen können; ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Amazon, Google, Apple, alle nutzen die bestehende Infrastruktur der Kreditkartenunternehmen.

Mancher mag in der Kooperationsbereitschaft der IT-Riesen trojanische Pferde erkennen, doch eine Amazon müsste eine ähnliche Anzahl von Händlern und Endkunden gewinnen, um MasterCard und Visa den Kampf anzusagen.

Regional hat es Alibaba in China vorgemacht. Wir halten das allerdings global derzeit für utopisch.

Zudem gelingt es MasterCard sehr geschickt, die neuen Herausforderer mit großzügiger Incentivierung zu umklammern.

Ob Square, Stripe, Paypal oder die Tochter Venmo, alle kooperieren mit MasterCard. Kriege führen mögen andere, MasterCard umgarnt lieber.

Dabei hat man auch manches den Paytech-Unternehmen abkupfern können. Dass Technologie nicht alles ist, sondern manchmal die Nutzererfahrung entscheidet, diese Lektion hat Paypal (unser Artikel zur PayPal Aktie) MasterCard erteilt.

Mit Masterpass, der digitalen Bezahllösung von Mastercard, kann der Kunde nun auch schlicht mit Email-Adresse und Passwort zahlen, statt mit einer Zahlenreihe, die sich kein Mensch merken kann.

 

Fazit zur MasterCard Aktie

Der Kreditkartenmarkt ist einer der großen Gewinner des Onlinehandels und des Trends zum bargeldlosen Bezahlen.

Banken, Acquirer, Digital Giants und Fintechs leisten sich dabei einen unerbittlichen Kampf um Marktanteile.

Nur das Duopol MasterCard und Visa verdient immer mit.

Die größten Konkurrenten sind Bargeld und Regulierung. Ersteres leidet unter Schwundsucht, letzterem mangelt es an globaler Durchgriffsmacht.

Diese einzigartige Ausgangslage rechtfertigt immer noch die hohe Bewertung der MasterCard Aktie.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet der Valuepapst Warren Buffet ein Fan der MasterCard Aktie ist.

MasterCard ist seit Start im Portfolio des Digital Leaders Funds und wir halten die Bewertung für weiterhin attraktiv.

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Baki Irmak

Baki Irmak

Baki war viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Commitee der Deutschen Bank. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanger bei der Commerzbank und ABN Amro.

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2 Antworten

    1. Hallo Reinhard, das ist eine berechtigte Frage. Am Ende waren es marginale Gründe, warum wir uns für MasterCard entschieden haben. Wir schließen nicht aus, dass wir auch ein Investment in Visa vornehmen.
      Grüße: Baki

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